Siemens-Angebot für Alstom zeichnet sich ab

15. Juni 2014, 17:18
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Gemeinsam könnten Siemens und Mitsubishi Heavy Industries General Electric die Stirn bieten, die Siemens-Aktionäre warnen vor einem Angebot für Alstom

Paris/München - Zur entscheidenden Siemens-Aufsichtsratssitzung zeichnet sich immer deutlicher ein eigenes Angebot des Elektrokonzerns für Teile des französischen Alstom-Konzerns ab.

Noch am Sonntagabend wollte der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns über ein Offert beraten, für das sich die Münchner das japanische Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ins Boot geholt hatten. Eine Entscheidung wird allerdings möglicherweise erst am Montag bekannt gegeben.

Siemens-Chef Joe Kaeser soll am Dienstag in einer Anhörung vor dem Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung in Paris sprechen, wie das Parlament ankündigte. Dies wird in Branchenkreisen als Indiz für ein Gebot von Siemens für Alstom gewertet.

Zusammen könnten Siemens und MHI dem US-Konzern General Electric (GE) die Stirn bieten, der 12,35 Mrd. Euro für die Alstom-Energietechnik geboten hatten. Auch Siemens ist an der Energietechnik der Franzosen interessiert. Dem Vernehmen nach geht es den Münchnern vor allem um das Gasturbinen-Geschäft, während MHI ein Auge auf die Dampfturbinen geworfen haben soll.

Vorschlag

Siemens hatte auch vorgeschlagen, im Bahntechnik-Bereich ein von französischer Seite kontrolliertes Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, um so zwei starke europäische Champions zu schmieden. Dieser Teil einer möglichen Offerte könnte aber nach dpa-Informationen erst in einem nächsten Schritt auf der Agenda stehen.

Im Falle eines Engagements von Siemens und MHI solle Alstom als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben, heißt es in Branchenkreisen. Teile des Geschäfts der Franzosen könnten dann in Joint Ventures eingebracht werden.

Unterdessen erneuerten Investoren ihre Kritik an einem möglichen Siemens-Angebot für Alstom. "Wir als Investoren würden ein weiteres Siemens-Engagement im Kraftwerksbereich ungern sehen. Die Renditen werden hier in Zukunft zurückgehen", sagte Christoph Niesel von der Fondsgesellschaft Union Investment dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er hatte ein mögliches Engagement der Münchner bereits mehrfach kritisch gewertet. Das Argument, ein Alstom-Kauf könnte den amerikanischen Konkurrenten GE vom europäischen Markt fernhalten, ziehe nicht, sagte er der Zeitung. "Siemens ist ja auch in Amerika aktiv und sollte sich zudem im Wettbewerb behaupten können." Auch einen Bieterkampf mit GE sieht Niesel mit Sorge. "Ob die zwei oder drei Milliarden Euro mehr zahlen müssen, macht ihnen am Ende nicht viel aus", gab er zu bedenken. "Siemens hingegen kann sein Geld deutlich besser anlegen als bei Alstom." (APA, 15.6.2014)

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    foto: reuters/vincent kessler
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