Buttersäureangriff auf Lunacek: Hinweise auf Täter eingegangen

16. Juni 2014, 13:40
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Zahlreiche Zeugen gemeldet - Stinkende Flüssigkeit  auf Truck der Grünen geworfen - Laut Veranstalter keine Verletzten

Wien - Nach der Attacke auf die Grünen-Politikerin Ulrike Lunacek während der Wiener Regenbogenparade am Samstag sind mehrere Hinweise auf den Täter eingegangen. Es hätten sich zahlreiche Zeugen gemeldet, berichtete Polizeisprecherin Barbara Riehs der APA am Montag. Die Exekutive gehe den Hinweisen nach und sichte auch Bildmaterial, sagte sie. Es seien zudem weitere Zeugenbefragungen geplant.

Übelriechende Flüssigkeit

Die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek ist am Samstag im Zuge der Wiener Regenbogenparade Opfer eines Buttersäure-Angriffs geworden. Die Täter schleuderten die übelriechende Flüssigkeit auf den Truck der Grünen, während Lunacek dem ORF ein Interview gab. Verletzt wurde laut Angaben der Veranstalter dabei niemand. Laut Polizei liegt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung vor.

"Es gab noch nie einen Anschlag bei der Regenbogenparade", sagte Lunacek bei der Abschlusskundgebung am Abend auf dem Rathausplatz. Am Samstag sei es jedoch so weit gewesen. Es habe sehr gestunken, schilderte sie den Zwischenfall. Solche Einzelfälle würden zeigen, dass auch in Österreich nicht nur für Toleranz, sondern auch für Akzeptanz und Respekt gekämpft werden müsse.

Niemand verletzt

"Wir müssen denjenigen, die Angst und Hass streuen, ein klares Nein sagen", betonte sie. Homosexuelle und Transgenderpersonen müssten sichtbar zu ihrer Gesinnung stehen und selbst Angst abbauen, um zu zeigen, dass sie nicht nur Teil der Gesellschaft seien, sondern auch Mittelpunkt dieser. "Und niemand wird uns daraus mehr vertreiben", sagte sie.

Von einem bedenklichen Zwischenfall, der ihn traurig stimme, sprach Organisator Christian Högl von der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI). Bei dem Anschlag mit der übelriechenden Flüssigkeit sei niemand verletzt worden. Högl bezeichnete dies aber als Einzelfall, der sich auch direkt gegen Lunacek als Person gerichtet habe, da sie eine der prominentesten homosexuellen Personen in Österreich sei.  (APA, 16.6.2014)

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