Demonstranten greifen russische Botschaft an, Minister beschimpft Putin

15. Juni 2014, 17:30
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Ukrainische Polizei greift nicht ein - Russland emport

Moskau/Kiew - Am Samstag haben in Kiew  wütende Demonstranten die russische Fahne vor der russischen Botschaft in Kiew heruntergerissen. Rund 300 Demonstranten stürzten vor dem Botschaftsgebäude in der ukrainischen Hauptstadt Diplomatenfahrzeuge um, bewarfen die Botschaft mit Steinen und Eiern und riefen "Faschisten!". Rund ein Dutzend Polizisten beobachteten die Szene, griffen jedoch nicht ein.

Außenminister Andrej Deschtschiza gesellte sich am Abend zu den Protestierenden und bezeichnete Russlands Präsidenten Wladimir Putin mit einem Begriff aus der Fäkalsprache - ein Mitschnitt davon verbreitete sich schnell im Internet.

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Das russische Außenministerium verurteilte die Ausschreitungen scharf. Man sei empört über den Angriff"auf die Vertretung und die Tatenlosigkeit der ukrainischen Sicherheitskräfte, sagte ein Behördensprecher.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte seinen US-Amtskollegen John Kerry auf, die ukrainische Regierung zu einem Ende ihres Militäreinsatzes im Osten des Landes zu bewegen.

Die USA müssten ihren "Einfluss" auf die ukrainische Regierung nutzen, um dieser "eine realistischere Einschätzung der Situation" zu vermitteln, sagte Lawrow nach Angaben des russischen Innenministeriums am Samstag in einem Telefonat mit Kerry. Kiew müsse sich der "fehlenden Perspektiven einer militärischen Lösung in dem Konflikt" bewusst werden.

Beim Abschuss eines Militärflugzeugs in Lugansk waren am Morgen 49 Menschen getötet worden. Präsident Petro Poroschenko drohte den prorussischen Separatisten im Osten des Landes mit Vergeltung. Der Flugzeugschuss sei ein "zynischer Akt des Terrors, der bestraft werden wird", warnte er. (red, APA, 14.6.2014)

  • Die Demonstranten warfen mehrere Fahrzeuge der russischen Botschaft um.
    foto: epa/roman pilipey

    Die Demonstranten warfen mehrere Fahrzeuge der russischen Botschaft um.

  • Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch
    foto: ap/sergei chuzavkov

    Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch

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