Kommunistisches Lokal in Wien-Ottakring beschädigt

14. Juni 2014, 18:04
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Betreiber vermuten Anschlag von Rechtsradikalen - LVT hat Ermittlungen übernommen

Wien - In der Nacht auf Freitag ist in Wien-Ottakring die Scheibe eines Lokals beschädigt worden, in dem mehrere kommunistische Organisationen und ein Arbeiterbildungsverein untergebracht sind. Während die Betroffenen von einem "Anschlag" sprachen und diesen "vermutlich Rechtsradikalen" zuschrieben, hieß es seitens der Polizei, es gebe derzeit keinen Hinweis auf ein politisches Motiv.

Scheibe beschädigt

Fest steht, dass es im Gebäude in der Rankgasse 2 zwischen Donnerstag 20 Uhr und Freitag acht Uhr zu einer Sachbeschädigung gekommen ist. "Bei einem Fenster wurde die äußere Doppelverglasung beschädigt. Es handelt sich um kein Einschussloch. Offenbar wurde versucht, die Scheibe einzuschlagen", meinte Barbara Riehs von der Wiener Landespolizeidirektion gegenüber der APA. Eine Anzeige gegen unbekannte Täter liege vor, das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) habe die Ermittlungen übernommen.

Das Lokal ist Sitz der Partei der Arbeit (PdA), der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative, des Ottakringer Arbeiterbildungsvereins (OABV) und der kommunistischen Jugendorganisationen KJÖ und KSV. OABV-Obmann Gerhard Bruny zeigte sich am Samstag in einer Presseaussendung ebenso empört wie andere betroffene Funktionäre: "Seit acht Jahren betreiben wir das Vereinslokal und bieten dort eine Plattform für fortschrittliche Politik im guten Einvernehmen mit der Nachbarschaft. Der feige Anschlag deutet auf die steigende Radikalität faschistischer und rechter Gruppierungen in Wien hin. Wir erwarten uns volle Aufklärung durch die Sicherheitsbehörden."

Bei der Polizei sichert man diese zu, hält einen Anschlag vorerst aber für "reine Mutmaßung". Außerdem gibt man zu bedenken, dass in Ottakring in einigen Lokalen   das Auftakt-Match zur Fußball-WM zwischen Brasilien und Kroatien übertragen wurde - die Sachbeschädigung könnte durch einen wütenden Fan verursacht worden sein. (APA, red, 14.6.2014)

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