Die Könige des Eishockeys kommen zum zweiten Mal aus L.A.

14. Juni 2014, 09:07
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Zweiter Stanley Cup-Sieg nach 3:2-Erfolg in Overtime-Schlacht gegen New York Rangers

Los Angeles - Die Los Angeles Kings haben zum zweiten Mal in ihrer Geschichte nach 2012 den Stanley Cup gewonnen - nach einem Drehbuch, das die Spezialisten in Hollywood nicht spannender hätten schreiben können. Im fünften Spiel der "best of seven"-Serie gegen die New York Rangers stellten die Kalifornier am Freitag in der zweiten Verlängerung den finalen 3:2-Heimsieg sicher. Held des Abends war Alec Martinez.

Der Verteidiger erlöste die Kings-Fans im Staples Center mit seinem Tor in der 95. Minute, wobei er von einem Abpraller von Rangers-Goalie Henrik Lundqvist profitierte, den sein Teamkollege Tyler Toffoli mit einem Schuss provoziert hatte. "Zum Glück habe ich den Abpraller erwischt und konnte ihn im Tor unterbringen", sagte der 26-Jährige, nachdem er die 4:1-Entscheidung in der Serie perfekt gemacht hatte.

Los Angeles, das den Grunddurchgang nur auf dem sechsten Platz der Western Conference abgeschlossen hatte, schaffte es im Finale auch im dritten Heimspiel, einen Rückstand aufzuholen und sich in die Verlängerung zu retten. In der 48. Minute hatte der Slowake Marian Gaborik im Powerplay zum 2:2 ausgeglichen. "Die Kings machen es immer interessant", meinte der slowenische Center Anze Kopitar nach dem längsten Spiel der Clubgeschichte.

Zentimetersache

Justin Williams, der nach dem Spiel mit der "Conn Smythe Trophy" als wertvollster Spieler der Play-offs ausgezeichnet wurde, brachte Los Angeles in der 7. Minute in Front. Treffer durch Chris Kreider (16./Powerplay) und Brian Boyle (20./Shorthander) sorgten in der Schlussphase des zweiten Drittels zwischenzeitlich für die knappe Führung der Gäste.

In der Verlängerung trennten die Rangers mehrmals nur Zentimeter vom zweiten Sieg in der Finalserie. Unter anderem schoss Ryan McDonagh an die Stange, ein Versuch von Toffoli ging an die Latte. Doch auch die Kings trafen in der Overtime Metall, ehe Martinez dem Schauspiel ein Ende bereitete. Das Schussverhältnis stand am Ende 51:30 zugunsten des Heimteams - unverdient war der Sieg also nicht.

Los Angeles ist die erste Mannschaft, die die Stanley-Cup-Trophäe gewonnen hat, nachdem sie für den Finaleinzug das Maximum von 21 Play-off-Spielen benötigt hat. In der ersten Runde waren die Kings vor dem Out gestanden, als sie in der Serie gegen die San Jose Sharks mit 0:3 im Hintertreffen lagen. In der zweiten Runde gegen die Anaheim Ducks hatten sie eine 2:3-Hypothek wettgemacht.

Niemals aufgeben

Im Conference-Finale setzte sich die Truppe von Trainer Darryl Sutter gegen die Chicago Blackhawks im siebenten Spiel in einem kräfteraubenden Overtime-Krimi durch. Und auch gegen die Rangers mussten die Kings dreimal in die Verlängerung. "Es war auf keinen Fall leicht. Die vergangenen zwei Monate waren physisch die anstrengendsten in meiner gesamten Karriere", verriet Torhüter Jonathan Quick, der schon beim Triumph 2012 zwischen den Pfosten stand. "Dieses Team gibt niemals auf", sagte Center Jeff Carter.

Der Kanadier zählte mit seinen 25 Scorerpunkten in den Play-offs zu den erfolgreichsten Akteuren der Kings. Als fleißigster Punktesammler ragte mit 26 Zählern Kopitar heraus. Erfolgreichster Torschütze in den Play-offs war mit 14 Treffern der 32-jährige Routinier Gaborik, der erst im März in einem Trade mit den Columbus Blue Jackets verpflichtet wurde.

20. Jahr ohne Titel

Für die Rangers geht die 20-jährige Warteperiode bis zum fünften Stanley Cup nach dem bitteren Final-K.o. zumindest eine Saison weiter. Zuletzt haben die New Yorker 1994 den Titel geholt. "Es ist eine harte Niederlage. Natürlich sind wir alle sehr enttäuscht im Moment", wirkte Coach Alain Vigneault nach der Partie etwas ratlos. "Es war so knapp. Beide Teams haben auf einem unwahrscheinlich hohen Level gekämpft." Torhüter Lundqvist, der 48 Schüsse parierte, meinte: "Ich glaube, ich habe alles Mögliche getan, um dem Team zu helfen. Aber gegen diesen Gegner war das nicht genug." (APA, 14.6.2014)

NHL-Finals, Game 5:

Los Angeles Kings - New York Rangers 3:2 n.V.; Endstand der Serie: 4:1. 

  • Dass der Slowene Anze Kopitar ein Superstar ist, weiß natürlich auch Eishockey-Österreich spätestens seit dem Olympia-Debakel in Sotschi. Jetzt stemmt dieser neuerlich die Schüssel.
    foto: reuters/vasquez

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  • Eine verrückte Saison und ihr Ende: Unglaubliche Szene mit dem Schlusspfiff!
    foto: ap/terill

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