Staatsoperndirigent Berislav Klobucar gestorben

13. Juni 2014, 23:47
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Kroate leitete in vier Jahrzehnten an der Wiener Staatsoper 53 Opern in 1.133 Vorstellungen

Wien - Berislav Klobucar ist tot. Der Dirigent verstarb im Alter von 89 Jahren am Freitag in einem Wiener Krankenhaus, teilte die Staatsoper mit, deren Ehrenmitglied der gebürtige Kroate seit 1992 war. "Berislav Klobucar war ein Kapellmeister im allerbesten Sinn", zeigte sich Staatsoperndirektor Dominique Meyer betroffen: "Wir werden ihn vermissen."

Allein an der Wiener Staatsoper hat der am 28. August 1924 in Zagreb geborene, international tätige Kroate 53 Opern in 1.133 Vorstellungen dirigiert. Sein Hausdebüt feierte er 1953, damals noch im Theater an der Wien, mit "Madama Butterfly". Zuletzt dirigierte er im Haus am Ring 1993, nämlich "Turandot".

Durchbruch in den 60ern

Studiert hatte Klobucar in Zagreb, zu seinen Lehrern zählten der berühmte Bruckner-Dirigent Lovro von Matacic, aber auch Clemens Krauss. Seine Laufbahn startete er als Kapellmeister in seiner Heimatstadt. 1952 dirigierte er erstmals im Wiener Funkhaus. Der Durchbruch gelang ihm in den 60er-Jahren. Er führte den Stab bei Placido Domingos Wien-Debüt 1967 an der Staatsoper. In der Saison 1967/68 sprang er an der Metropolitan Opera für Herbert von Karajan in Wagners "Walküre" ein, mit Birgit Nilsson als Brünnhilde.

Nicht nur Nilsson schätzte den Dirigenten ganz besonders und arbeitete oft mit ihm zusammen - in Wien, aber auch in ihrer schwedischen Heimat, wo Klobucar nach seinem Engagement als Generalmusikdirektor in Graz von 1972 bis 1981 Hofkapellmeister in Stockholm war. Warum er so gefragt war als Begleiter der großen Stimmen seiner Zeit, wird aus einer einst in der "Opernwelt" erschienen Würdigung klar, in der es heißt, Klobucar sei "ein wirklicher Meister der 'alten Schule' ", "mit einer Opernerfahrung, wie sie heute nur wenige seiner Kollegen haben, ein stiller und seriöser Musiker, dem die Qualität der eigenen Leistung immer wichtiger war als medienwirksame Publizität und Karrieredenken". Für diese Leistung war Klobucar 2010 das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen worden. (APA, 13.6.2014)

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