Ephesos-Team erhält Unterstützung aus Deutschland

14. Juni 2014, 11:58
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Grabungen unter Leitung des ÖAI werden erstmals von Deutscher Forschungsgemeinschaft gefördert

Wien/Regensburg/Ephesos - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert erstmals die unter österreichischer Leitung stehenden Ausgrabungen in Ephesos. Wissenschafter der Universität Regensburg wollen in Kooperation mit dem Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) das politische Zentrum der antiken Metropole in der heutigen Westtürkei, die obere Agora, erforschen, teilte die Uni in einer Aussendung mit.

Die DFG fördere erstmals ein Projekt in Ephesos, sagte die Leiterin der Grabung und ÖAI-Direktorin Sabine Ladstätte. Für die seit 1895 unter österreichischer Leitung stehende Grabung in Ephesos habe es bisher aus dem Ausland Förderungen nur vom Europäischen Forschungsrat (ERC) und von privater Seite gegeben.

Neue Kampagnen

Dirk Steuernagel vom Institut für Klassische Archäologie der Uni Regensburg wird gemeinsam mit Thekla Schulz-Brize vom Institut für Historische Bauforschung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg in Kooperation mit dem ÖAI für zunächst drei Jahre mehrere Feldkampagnen in Ephesos durchführen. Die Höhe der Fördermittel beläuft sich auf mehr als 400.000 Euro.

Ein Ziel der Wissenschafter ist es, den zeitlichen Ablauf der Bebauung der oberen Agora zu klären und das Verständnis über Funktion und Bedeutung des prominenten städtischen Areals zu vertiefen. So wollen die Forscher herausfinden, ob es sich dabei - wie bisher meist angenommen - tatsächlich um das politische Zentrum der Stadt, den sogenannten Staatsmarkt, bzw. eine Anlage für den Herrscherkult gehandelt hat. Es interessiert sie auch, ob das Areal zentral geplant wurde oder die Bauten sukzessive unter Beteiligung vieler Akteure entstanden und die einzelnen Baumaßnahmen unterschiedliche, vielleicht sogar konkurrierende Zwecke verfolgten. (APA/red, derStandard.at, 14. 6. 2014)

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