Arabische Angst vor einem Flächenbrand

13. Juni 2014, 17:59
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 Besonders groß ist die Furcht in Jordanien

Schlagzeilen über die militärischen Erfolge von "Daesh" - so die arabische Bezeichnung des Islamischen Staates im Irak und Syrien (Isis) - beherrschen seit Tagen die arabischen Medien. Immer wieder ist von "Schock" zu lesen. Die Außenminister der Arabischen Liga haben die Attacken verurteilt. Aus Ägypten, dem größten arabischen Land, gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Kairo ist immer noch vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Einig sind sich Kommentatoren über die Gründe für den Isis-Vormarsch: die Möglichkeit, sich im syrischen Bürgerkrieg ungehindert entwickeln zu können und die verfehlte Politik von Iraks Premier Nuri al-Maliki. Dieser habe in seiner ganze Amtszeit alle seine Aktionen nach Sektenkriterien ausgerichtet und die Armee so aufgebaut, sodass sie in den sunnitischen Regionen als Besatzungsarmee empfunden werde.

Es brauche deshalb eine Sicherheitskoordination, erklärte der kuwaitische Außenminister Sabah al-Khaled al-Sabah. Auch die Golfländer sehen sich im Isis-Visier. Die Gruppe hatte eine Karte veröffentlicht, auf der das angestrebte islamische Kalifat auch den großen Teil der arabischen Halbinsel umfasst. Besonders groß ist die Furcht aber in Jordanien, dass die Gotteskrieger dort Fuß fassen könnten - schon jetzt stammen viele Isis-Kämpfer aus dem Land. (Astrid Frefel aus Kairo, DER STANDARD, 14.6.2014)

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