Gouverneur will 2.000 Kilometer langen Zaun an Russland-Grenze bauen

13. Juni 2014, 17:35
90 Postings

Ukrainischer Milliardär fordert besseren Schutz des Grenzgebiets

Kiew - Der ukrainische Milliardär Ihor Kolomojskyj (Igor Kolomojski) will die Grenze zu Russland auf der kompletten Länge von 1.920 Kilometern mit einem Elektrozaun absichern. Die mit Stacheldraht verstärkte Absperrung sei notwendig, um die Ukraine vor Eindringlingen aus dem Nachbarland zu schützen, sagte der Vize-Gouverneur der Region Dnepropetrowsk am Freitag örtlichen Nachrichtenagenturen.

Russland verfolge "eine aggressive Politik gegenüber der Ukraine", erklärte Gennadi Korbane. Der vor drei Monaten zum Gouverneur von Dnepropetrowsk ernannten Kolomojski wolle vor dem Zaun außerdem Gräben ausheben und ferngesteuerte Minen verlegen. Der Vorschlag sei an Präsident Petro Poroschenko übermittelt worden.

100 Millionen Euro

Der Staatschef äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorhaben. Das Projekt könne innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt werden, erklärte Korban. Die Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro sollen demnach durch Spenden gedeckt werden. Das gesamte Grenzgebiet soll dem Plan zufolge von Einheiten des Innenministeriums und der Nationalgarde gesichert werden. Der russlandkritische Oligarch Kolomojski zählt zu den reichsten Männern der Ukraine und war im März von der prowestlichen Führung in Kiew als Gouverneur eingesetzt worden.

Die ukrainische Armee führt derzeit eine Offensive gegen prorussischen Separatisten im Osten des Landes. Kiew wirft Moskau vor, den Aufstand der Milizen zu unterstützen. Am Donnerstag beschwerte sich Poroschenko in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über das angebliche Eindringen russischer Panzer auf ukrainisches Staatsgebiet.

Am Freitag griff die Armee nach Angaben von Innenminister Arsen Awakow Stellungen der prorusssichen Milizen in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol an. Er sprach von "bedeutenden Verlusten" auf Seiten der Aufständischen. Bei den Kämpfen seien zwei Soldaten der Regierungstruppen verletzt worden. (APA, 13.6.2014)

Share if you care.