OECD mahnt Reformen in USA ein

13. Juni 2014, 16:57
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Die OECD sagt den USA einen kräftigen Aufschwung voraus und bemängelt einmal mehr die ungleiche Einkommensverteilung

Die Wirtschaft der USA wächst stärker als die der meisten anderen OECD-Länder. Die weltgrößte Volkswirtschaft hat sich von der großen Krise schneller erholt als Europa. Die Banken haben die Folgen der Finanzkrise im Wesentlichen verdaut, die Immobilienpreise steigen und die Arbeitslosigkeit geht zurück. In ihrem jüngsten Wirtschaftsbericht USA mahnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dennoch Reformen ein.

Um das Wachstum zukunftsfest zu gestalten und dafür zu sorgen, dass auch mittlere und sozial schwächere Schichten der Gesellschaft davon profitieren, seien Änderungen beim Steuersystem, bei Bildung und Ausbildung, Migration und auf dem Arbeitsmarkt notwendig.

Ungleiche Einkommensverteilung

Auch die OECD bemängelt die ungleiche Einkommensverteilung im Land hält eine Reihe von Maßnahmen für notwendig, die es Familien mit Kindern erleichtern könnten, Beruf und Familie zu vereinen.  Das durchschnittliche Einkommen der Amerikaner sei zwar sehr hoch. "Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass die daraus resultierenden Vorteile nicht hinreichend auf breiter Basis ankommen." Besonders Familien mit niedrigem Einkommen hätten schlechteren Zugang zu Bildung und Gesundheitssystem. Hier seien Reformen notwendig - etwa beim Steuersystem. Auch müsse der Mindestlohn angehoben werden. "Wachstum alleine reicht nicht aus. Die Vorteile des Wachstums müssten geteilt werden", sagte OECD-Chef Angel Gurria.

Kräftiger Aufschwung

Die OECD sagt den USA aber auch einen kräftigen Aufschwung voraus. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2015 um 3,5 Prozent und damit so schnell wie seit elf Jahren nicht mehr wachsen, heißt es in dem Länderbericht. Für heuer wurde die Prognose wegen des schwachen ersten Quartal infolge des ungewöhnlich strengen Winters leicht auf 2,5 Prozent zurückgenommen. "Die Wirtschaft der USA wächst stärker als die der meisten anderen 34 OECD-Länder", betonte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Garant dafür seien niedrige Energiepreise und günstige Finanzierungsbedingungen. Die Investitionen der Unternehmen dürften deshalb 2015 um zehn Prozent steigen. Da auch die Beschäftigung zunehme, werde wohl auch der private Konsum wachsen. "Die USA sind ein Lichtblick", sagte Angel Gurria. "Sie sind das einzige Land, dass sein eigenes Wachstum gezüchtet hat." Damit ist die OECD optimistischer als andere internationale Organisationen wie etwa die Weltbank, die für 2015 ein BIP-Plus von 3,0 Prozent voraussagt. (red, derStandard.at, 13.6.2014)

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    foto: reuters/kelly

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