Diskriminierung auf der Straße

13. Juni 2014, 14:58
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Steirischer Bericht sieht Anstieg im öffentlichen Raum

Graz - Menschen werden beleidigt, beschimpft, bespuckt oder sogar körperlich verletzt: Die Gesichter von Diskriminierung von Menschen einer bestimmten Gruppe, zu der sie etwa durch ihr Alter, ihr Geschlecht, eine Behinderung, ihre soziale Herkunft oder ihre sexuelle Orientierung gerechnet werden, sind vielfältig, aber jedenfalls immer hässlich. In den genannten fünf Bereichen passierten 2013 mehr als ein Drittel aller Diskriminierungen.

Die Antidiskriminierungsstelle der Steiermark legte am Freitag wieder ihren Jahresbericht zum Vorjahr vor. Demnach stiegen vor allem Diskriminierungen im Öffentlichen Raum 2013 im Vergleich zu 2012 um 20 Prozent, weiß die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Daniela Grabovac. "Gerade der Deckmantel der Anonymität im öffentlichen Raum scheint Täterinnen und Täter zu verleiten", meint Grabovac.

Ethnische Herkunft häufigster Grund

Konkret wurden von der Stelle im Vorjahr 462 Fälle behandelt, dabei waren in etwas über der Hälfte der Fälle Männer Opfer von Diskriminierung, nämlich 235. Ein Drittel der Fälle geschah im öffentlichen Raum, 21 Prozent bei Behörden und 18 Prozent in der Arbeitswelt. Der häufigste Grund von Diskriminierung war mit rund 40 Prozent die ethnische Herkunft, gefolgt von mehrfacher Diskriminierung (die in 9,7 Prozent der Fälle vorlag), der sozialen Herkunft (8,8 Prozent) und dem Geschlecht (acht). Sechs Prozent hatten den Tatort Internet, Diskriminierungen aufgrund der Religion machten 5,4 Prozent der Fälle, jene wegen sexueller Orientierung 4,3 Prozent aus.

Grabovac und ihr Team leisten nicht nur Beratung und rechtlichen Beistand in bereits vorgefallenen Diskriminierungen, sondern arbeiten auch prophylaktisch, "um das respektvolle Miteinander unter den Menschen in der Steiermark zu stärken", sagt Grabovac. Im Vorjahr geschah das vor allem durch die groß angelegte Plakataktion "Zeig dein Gesicht gegen Diskriminierung" mit Prominenten - unter anderem aus den Bereichen Sport und Kunst. Auch nicht prominente Menschen unterstützten die Initiative: Immerhin über 5000 Menschen in der Steiermark.

Heuer startet man eine Kooperation mit dem Land Steiermark, der Wirtschaftskammer und dem ORF Steiermark, um weiter öffentlich auf das Thema aufmerksam zu machen. Internationale Anerkennung gab es zuletzt für die steirische Antidiskriminierungsstelle von der EU-Grundrechteagentur und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 14.6.2014)

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