Luxusuhren: Grau ist das neue Schwarz

Ansichtssache19. Juni 2014, 18:51
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Die großen Uhrenmessen haben’s gezeigt: Kaum eine Uhrenmarke, die sich in der aktuellen Saison nicht von ihrer grauen Seite präsentiert. Eine Auswahl

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Neue Dimension

Die Max Bill von Junghans gehört zu den Klassikern unter den deutschen Uhren. Kein Wunder, dass die Schwarzwälder ihrem Aushängeschild besondere Pflege zuteil werden lassen: Und so wird das bislang nur in der Handaufzugsvariante eingesetzte Zahlen-Zifferblatt erstmals in einem größeren Durchmesser von 38 Millimetern in eine Automatikuhr der Kollektion integriert.

Das schiefergraue Zifferblatt liegt zudem voll im Trend. Sie kostet 795 Euro.

Junghans

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188 Grad grau

Die relativ junge Uhrenschmiede Zeitwinkel mit Sitz in St. Imier will künftig international kräftig expandieren, mit neuem Webauftritt, besserer Kommunikation, etc. Für sich sprechen schon die Zeitmesser, hier im Bild die aus dem Edelmetall Rhodium hergestellte, trendig-graue Zeitwinkel 188°, die vom automatischen Manufaktur-Kaliber ZW0201 angetrieben wird.

Durchmesser der schlichten Uhr: 39 Millimeter, kleine Sekunde bei 6 Uhr, Datum bei 3 Uhr, 72 Stunden Gangreserve. Preis: 5.900 Euro.

Zeitwinkel

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Streicheleinheiten

Die Ceramic-Touch-Technologie von Rado, die 2013 ihre Weltpremiere feierte, kehrt heuer in der HyperChrome Ceramic Touch Dual Timer wieder. Eine Krone zum Einstellen der Uhrzeit(en) sucht man vergeblich. Dafür ist eine andere Art Fingerspitzengefühl notwendig. So wird die Haupt-Zeitanzeige mithilfe von Sensoren eingestellt, die sich oben bei 10 Uhr am Gehäuse befinden. Nachdem die Stellfunktion aktiviert ist, muss man über das Gehäuse „streicheln“: links für die Stunden, rechts für die Minuten. Sensoren bei 8 Uhr müssen aktiviert werden, um die zweite Zeitzone einzustellen. Quarz macht’s möglich.

Die HyperChrome Ceramic Touch Dual Timer (Durchmesser: 42 Millimeter) glänzt dabei in matten oder poliertem Grau. Erst plasmabehandelte Hightech-Keramik machte es möglich diesen Farbton zu erzielen: 2.550 Euro (poliert) bzw. 2.640 Euro (matt).

Rado

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Unter der Haube

Elegante Damenuhren sind eine Spezialität des Hauses Longines. Als Beispiel kann dieses Modell aus der – Auchtung! – Elegant Collection dienen. Sie präsentiert sich schlicht mit anthrazitfarbenen Zifferblatt mit Sonnenschliff und rosafarbenen, applizierten Indexen.

Das Edelstahlgehäuse mit Rotgoldhaube hat einen Durchmesser von 34,50 Millimeter. In ihr tickt das Automatikwerk L619. Zu haben ist die kleine Graue für 1.720 Euro.

Longines

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Jubiläumsflieger

Mit einer mattgrauen Fliegeruhr zum Jubiläum der „Patrouille Suisse“ schließt sich IWC Schaffhausen dem grauen Reigen an. Der Doppelchronograf Edition „Patrouille Suisse“ ist auf 250 Exemplare limitiert, aus Edelstahl (46 Millimeter) mit mattgrauem Zifferblatt. Wasserdicht bis 6 bar wird der Zeitnehmer vom Chronografenwerk Kaliber 79230 mit automatischem Aufzug angetrieben.

Das Werk ermöglicht Stopp- und Additionszeitmessungen von bis zu 12 Stunden und hat eine Gangreserve von 44 Stunden. Das Datum in der Art eines Höhenmessers betont den Instrumentenlook. Drei signalrote Elemente setzen optische Akzente: die kleine rote Permanentsekunde zur Funktionskontrolle, die rote Spitze des Sekundenstoppzeigers sowie das kleine Dreieck zum Ablesen des Dreifachdatums. Besonders auffällig am Doppelchronographen ist der dritte Drücker bei 10 Uhr. Mit ihm lässt sich der mitgeschleppte zweite Zeiger jederzeit stoppen und durch erneuten Tastendruck mit dem Sekundenstoppzeiger synchronisieren. Zu haben für 11.700 Euro.

IWC Schaffhausen

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Graue Exzellenz

Die grauen Ziffern werden bei diesem Chronografen aus der neuen Hommage-Kollektion von Roger Dubuis direkt auf die strahlenförmig guillochierte Platine gesetzt. Angetrieben wird der Chronograf vom Werk RD680 mit Mikrotor. Die 261 Einzelteile sind jeweils von Hand endbearbeitet, um den hohen Exzellenzstandard des Poinçon de Genève, der Genfer Punze, gerecht zu werden. Die Weißgold-Version, mit 42 Millimetern Durchmesser kostet 40.000 Euro.

Roger Dubuis

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Grauton

Glashütte Original bereichert seine Seventies-Kollektion mit einem sportlichen Chronografen (40 mal 40 Millimeter) in dieser Kollektion. Der 12-Stunden-Zähler ist auf 12 Uhr positioniert, während das für Glashütte Original typische Panoramadatum mittig im unteren Teil angebracht ist. Die Anzeige der kleinen Sekunde beinhaltet gleichzeitig die Gangreserveanzeige (bei 9 Uhr), der 30-Minuten-Zähler ist gegenüber der kleinen Sekunde auf 3 Uhr.

Die Indexe sind aus Weißgold. Das Automatik-Werk besteht aus einem vereinfachten Säulenradmechanismus, der mit weniger Teilen als seine Vorgänger auskommt. Die Gangreserve von 70 Stunden wird durch ein einziges Federhaus gewährleistet. Die Start und Stopp-Funktionen des Chronografen werden durch einen Drücker aktiviert, der sich oben rechts am Gehäuse befindet. Der Flyback-Mechanismus wird durch den Drücker unten links ausgelöst. Natürlich ist der Zeitmesser auch in grau erhältlich: 13.400 Euro.

Glashütte Original

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Mega Teppich

Audemars Piguet hat dem Royal Oak Offshore Chronograph ein schiefergraues Zifferblatt verpasst, das durch das spezielle „Mega Tapisserie“-Muster noch eine zusätzliche, optische Tiefe bekommt.

Das 42-Millimeter-Edelstahl-Gehäuse beherbergt das hauseigene Automatik-Kaliber 3126/3840, zu bewundern durch den Saphirglasboden. Wasserdicht bis 100 Meter, verschraubte Krone, Drücker aus Keramik. Zu haben für 22.200 Euro.

Audemars Piguet

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Ballon gris

Die Ballon Bleu de Cartier vereint in dieser Ausführung zwei Trends der aktuellen Uhrensaison in sich: Sie ist mit gerade einmal 6,9 Millimeter zum einen extraflach. Zum anderen verpasste die Maison ihrer Uhrenikone auch gleich ein graues Antlitz.

Das 40-Millimeter-Gehäuse mit der typisch ausgeformten Krone besteht aus Rotgold und ist für 15.600 Euro zu haben. In ihr tickt das Handaufzugskaliber 430 MC aus der hauseigenen Manufaktur.

Cartier

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Weltgeltung

Patek Philippe lancierte auf der Baselworld die Nautilus Travel Time Chronograph Ref. 5990/1A in Edelstahl. Der graue Kurzzeitmesser bietet nun auch eine zweite Zeitzone mit Heimatzeit-Stundenzeiger (unterer Zeiger) und Ortszeit-Stundenzeiger (oberer Zeiger). Quadrate unter „Home“ bzw. „Local“ zeigen an, ob es an dem entsprechenden Ort gerade Tag oder Nacht ist.

Bewegt wird der neu konzipierte Zeitmesser in Bullaugenform (28 mal 31 Millimeter) vom automatischen Kaliber CH 28-520 C FUS: 47.000 Schweizer Franken, also rund 38.500 Euro.

Patek Philippe

(Markus Böhm, DER STANDARD, Rondo, 20.06.2014)

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