"Haben vor, das Hotel lange im Portfolio zu behalten"

15. Juni 2014, 21:19
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Christoph Stadlhuber, CEO der Signa Prime Selection, ortet einen enormen Nachholbedarf am Luxushotelmarkt Wien

Christoph Stadlhuber, CEO der Signa Prime Selection, ortet einen enormen Nachholbedarf am Luxushotelmarkt Wien. Über seinen neuen "Silberschatz " Park Hyatt sprach er mit Wojciech Czaja.

STANDARD: Es gibt in Wien mehr als 430 Hotels. Rund 60 Prozent davon liegen in der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie. Wie viele Luxushotels brauchen wir noch?

Stadlhuber: Es gab und gibt immer noch einen Nachholbedarf genau in diesem Segment, in der Luxuskategorie. Und übrigens: Wenn wir hier von Wiener Luxushotels sprechen, dann gibt es eigentlich nur ein echtes, und zwar das neue Park Hyatt.

STANDARD: Interessante Behauptung, die Sie da aufstellen.

Stadlhuber: Es ist das einzige große Luxushotel, das direkt in der Innenstadt an einer Fußgängerzone liegt. Alle anderen befinden sich irgendwo im Bereich der Ringstraße. Außerdem wollen wir uns nicht als Fünf-Sterne-Hotel positionieren, sondern als Luxushotel.

STANDARD: Wo ist der Unterschied?

Stadlhuber: Wir sprechen von einem Luxushaus von internationalen Ausmaßen. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Hotel in Wien neue Maßstäbe setzen wird. Wir erwarten Kunden aus dem asiatischen, arabischen und nordamerikanischen Raum.

STANDARD: Genug PR. Kommen wir zu den Zahlen. Die Wiener Bettenauslastung 2013 lag bei 54,7 Prozent. Mit wie viel rechnen Sie?

Stadlhuber: Da möchte ich Ihnen keine Zahl nennen.

STANDARD: Wie groß war das Investitionsvolumen?

Stadlhuber: Wir betrachten das Park Hyatt nicht als Einzelobjekt, sondern als Teil einer umfassenden Quartiersentwicklung - gemeinsam mit der Umstrukturierung der ehemaligen Bawag-Zentrale und dem gesamten Goldenen Quartier. Da sprechen wir von rund 500 Millionen Euro Investitionsvolumen.

STANDARD: Diese Zahl kursiert bereits seit Jahren.

Stadlhuber: Und sie ist immer noch aktuell.

STANDARD: Ist ein Verkauf des Objekts geplant?

Stadlhuber: Auf keinen Fall. Wir sind hier nicht nur klassischer Projektentwickler, sondern haben vor, das Hotel lange im Portfolio zu behalten. Es ist, wenn Sie so wollen, eines der Objekte im Silberschatz der Signa Holding.

STANDARD: Wie hoch ist der Vermietungs- und Verkaufsstand im Goldenen Quartier?

Stadlhuber: Was den Einzelhandel betrifft, so sind alle Shops mit einer Gesamtvermietungsfläche von 10.000 Quadratmetern bereits vermietet. Bei den Wohnungen sind drei Viertel verkauft. Bei den restlichen 25 Prozent sind wir in konkreten Verkaufsgesprächen. Die Bürovermietung ist kleinteiliger strukturiert. Wir gehen davon aus, dass wir Ende Herbst 80 Prozent Vermietung erreicht haben werden.

STANDARD: Und Vollvermietung?

Stadlhuber: Bis Ende des Jahres.

STANDARD: Von vielen wird kritisiert, dass das Goldene Quartier ein austauschbares Implantat mit Luxusboutiquen sei, das mit Wien nichts zu tun habe. Was sagen Sie dazu?

Stadlhuber: Diese Meinung teile ich nicht. Das "Goldene U" ist eine wesentliche Ergänzung für den Einzelhandel der Innenstadt. Die langjährigen Wünsche gewisser Einzelhändler wie etwa Prada und Louis Vuitton, die lange Zeit nach entsprechenden Shopflächen gesucht haben, konnten nun endlich erfüllt werden. Austauschbar ist das alles nicht! So etwas gibt es genau nur einmal. Nirgendwo auf der Welt finden Sie so eine hohe Konzentration an Boutiquen für die Luxusklientel. Meist sind die Shops über die Stadt verteilt. Hier finden Sie alles an einem Ort. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, 14.6.2014)

  • Chhristoph Stadlhuber: "Das 'Goldene U' ist nicht austauschbar. So etwas gibt es genau nur einmal."
    foto: signa

    Chhristoph Stadlhuber: "Das 'Goldene U' ist nicht austauschbar. So etwas gibt es genau nur einmal."

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