Mateschitz auf Tour durch die Steiermark 

16. Juni 2014, 09:56
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"Lokale Hochkonjunktur" bei Handwerkern 

Wo früher die Schwerindustrie zu Hause war, wird es in wenigen Tagen wieder kräftig rauchen. Zwar nicht aus Fabriksschloten, dafür aber aus den Auspuffen der Formel-1-Boliden. Am 22. Juni kehren diese nämlich nach Spielberg zurück - Dietrich Mateschitz und seinem Milliardenunternehmen Red Bull sei Dank.

Unterstützung beim Zaunstreichen

240 Millionen Euro soll er mit seiner Projekt Spielberg GmbH in den letzten Jahren in den Ring und die gesamte Region investiert haben. So ist eine touristische und gastronomische Infrastruktur - inklusive Hotels, Nobelrestaurants und sogar eines Countryclubs - entstanden. Und damit rechtzeitig für den Einzug des Jetset-Lebens wirklich alles passt, legte der 69-Jährige auch (fast) selbst Hand an: Die Verschönerung von Privathäusern in den umliegenden Gemeinden wurde von Mateschitz finanziell unterstützt - vom Zaunstreichen bis zum neuen Blumenkist'l übernahm der Milliardär die Kosten.

Zimmerleute gesucht

So viel ist in der Region zu tun, dass Handwerker zur regelrechten Mangelware geworden sind: Für einen Ausbau der Inselwelt Jois am Neusiedler See sucht etwa der Immobilienentwickler UBM derzeit nach Zimmerleuten. Für die beiden ersten Ausbaustufen vor einigen Jahren habe man mit Handwerkern aus der Obersteiermark gearbeitet. Diese Unternehmen habe man nun wieder kontaktiert, berichtet UBM-Vorstandsvorsitzender Karl Bier. Jedoch ohne Erfolg: "Da herrscht momentan so eine lokale Hochkonjunktur, dass niemand Interesse hat, für zwölf Häuser ins Burgenland zu fahren."

Noch mehr Immobilien

Die Shoppingtour von Mateschitz in der Steiermark dürfte noch nicht abgeschlossen sein: Erst kürzlich kaufte er fast alle Immobilien der Privatstiftung des mittlerweile verstorbenen Industriellen Helmut Zoidl. Damit wechselte unter anderem das Schloss Gabelhofen in Fohnsdorf, das Seehotel am Grundlsee und ein etwa 2000 Hektar großer Forstbesitz in Authal den Besitzer. Auch das ehemalige Zoidl-Wohnhaus sowie das Personalhaus der Stiftung in Spielberg gehören ihm mittlerweile, außerdem rund 15 Hektar rund um die Therme Fohnsdorf.

Die Therme selbst hat Mateschitz bis dato nicht gekauft. Sie gehört über eine Tochtergesellschaft der Gemeinde Fohnsdorf. Bürgermeister Johann Straner zeigte sich in Gesprächen aber mittlerweile offen für einen möglichen Verkauf. (zof/APA, DER STANDARD, 14.6.2014)

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