Baustelle Westeinfahrt: Volksanwaltschaft leitet Prüfverfahren ein

13. Juni 2014, 11:59
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Fichtenbauer kritisiert Verkehrschaos auf der Wiener Westeinfahrt - Grüne: Baustelle unumgänglich

Wien - Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet im Zusammenhang mit der Baustelle auf der Wiener Westeinfahrt ein Prüfverfahren ein. Das teilte die Volksanwaltschaft am Freitag in einer Aussendung mit. Sie wird sowohl die verkehrsrechtliche Planung und Organisation als auch die Vorgehensweise der Polizei prüfen.

Berichten von Medien und Betroffenen zufolge war die Polizei nicht vor Ort und konnte daher weder den Verkehr regulieren noch das Chaos verhindern. Gegenseitige Schuldzuweisungen der Baufirma und des Magistrats sowie widersprüchliche Informationen an die Autofahrerinnen und Autofahrer würden die Situation noch weiter verschlechtern, kritisiert Fichtenbauer: "Die Westeinfahrt ist sehr hoch frequentiert und ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt speziell für Pendler, umso wichtiger ist eine präzise Organisation der Bauarbeiten."

Grüne räumen Fehler ein

Verantwortlich für die Baustallenplanung in Wien ist Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). Ihr Sprecher sagt im Gespräch mit derStandard.at, man habe handeln müssen: "Die Baustelle ist unumgänglich. Diese Arbeiten dienen der Sanierung und Instandhaltung des Wiener Straßennetzes und sind wesentlich für die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer."

Der Prüfung blickt man gelassen entgegen, es liege in der Natur der Sache, dass es bei Baustellen zu Beeinträchtigungen komme. Fehler räumt der Vassilakou-Sprecher aber auch ein. Dass bestimmte Arbeiten nicht ausschließlich am Wochenende stattfanden, sei so nicht mit der Baufirma abgesprochen gewesen.

Die Magistratsabteilung 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierung der Westeinfahrt in Zukunft weniger Probleme bereiten wird. Weitere Arbeiten, die eine einspurige Führung des Verkehrs erfordern, sollen nur an Wochenenden - das nächste Mal rund um Fronleichnam und in den Sommerferien durchgeführt werden. Das Verkehrsaufkommen sei dann nämlich um 20 Prozent geringer, hieß es. Die Baustelle selbst dauere bis Anfang November.

Probleme dauern schon Tage an

Seit Tagen verursacht die Westeinfahrt massive Verkehrsprobleme. Weil nur eine Spur befahrbar war, reichte der Stau auf die Westautobahn (A1) zurück. Autofahrer mussten teilweise mehr als eine Stunde Zeitverlust in Kauf nehmen und standen auch auf Ausweichrouten wie der Linzer und der Breitenfurter Straße. Bis Montag, 5 Uhr, wird sich daran auch nicht viel ändern.

Seit Donnerstag, 6 Uhr, ist die Westeinfahrt bis über die Kreuzung der Wientalstraße mit der Stampfergasse zweispurig befahrbar. Allerdings gibt es bis Montag, 5 Uhr, nach der Stampfergasse auf dem Abschnitt bis zur Franz-Boos-Gasse weiterhin nur eine Spur. Damit dürfte es auch am Wochenende, insbesondere am Sonntagnachmittag und -abend weiter Staus geben. (APA/red, derStandard.at, 13.6.2014)

  • Der Baustellensommer in Wien sorgt schon jetzt für blanke Nerven.
    foto: apa/dpa/carsten rehder

    Der Baustellensommer in Wien sorgt schon jetzt für blanke Nerven.

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