Kartellstrafe gegen Elektronikbranche

13. Juni 2014, 11:33
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Auf Media/Saturn entfallen 1,23 Millionen, auf Pioneer Deutschland 350.000 und auf SSA Fluidra Österreich 50.000 Euro

Wien - Das Kartellgericht hat wegen Preisabsprachen im Elektronikhandel Geldbußen von insgesamt 1,63 Millionen Euro gegen drei Unternehmen verhängt. Davon entfällt der größte Teil auf die Media-Saturn BeteiligungsgmbH mit 1,23 Millionen Euro, gefolgt von der Pioneer Electronics Deutschland GmbH mit 350.000 und der SSA Fluidra Österreich GmbH, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Freitag auf ihrer Homepage mit.

Demnach wird gegen Media/Saturn wegen vertikaler Preisabstimmungen mit Unternehmen der Elektronikindustrie zwischen Oktober 2009 und Anfang 2013, die diverse Elektronikprodukte betrafen eine Geldbuße von 1,23 Millionen Euro verhängt. Die Entscheidung sei rechtskräftig.

Die BWB stellte Ende Februar 2014 einige Geldbußenanträge gegen verschiedene Unternehmen wegen kartellrechtswidriger vertikaler Preisbindungen im Zusammenhang mit aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen, welche zum Teil eine Behinderung des Absatzkanales "Online Verkauf" von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik bezwecken oder bewirken, heißt es auf der Homepage weiter. Dem kartellgerichtlichen Verfahren gingen Hausdurchsuchungen aufgrund richterlicher Hausdurchsuchungsbefehle voraus. Mediamarkt/Saturn wurde Anfang 2013 gefilzt.

Vertikale Preisabsprachen

Die Geldbuße von 350.000 Euro gegen Pioneer Electronics Deutschland  wird wegen vertikaler Preisabstimmungen im Zusammenhang mit der Behinderung eines Absatzkanals (Online-Verkauf) von Elektronikprodukten, insbesondere Receivern, zwischen 1. Jänner 2010 und 31. Dezember 2012 verhängt.

Die SSA Fluidra Österreich muss wegen vertikaler Preisabstimmungen mit mehreren Handelsunternehmen betreffend Pool- und Teichreinigungsroboter einschließlich Behinderung eines Absatzkanals (Online-Handel) zwischen April 2011 und Juni 2013 zahlen.

Weitere Unternehmen werden in den nächsten Wochen folgen, hieß es aus der BWB. Insgesamt will die Wettbewerbsbehörde die Elektronikbranche mit 2,1 Millionen Euro abstrafen. Ende Februar wurden Bußgeldanträge gegen fünf Firmen eingebracht.

Auslöser der Ermittlungen war nach früheren Angaben eine Umfrage der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag der Preisvergleichsplattform geizhals.at unter österreichischen Onlinehändlern im Jahr 2011. Dabei gaben 47,2 Prozent der Befragten an, von den Herstellern bei der Preisgestaltung unter Druck gesetzt worden zu sein. Philips Austria war im März vergangenen Jahres zu einer Strafe von 2,9 Millionen Euro verdonnert worden. (APA, 13.6.2014)

  • Preisabsprachen im Elektronikhandel handeln den Händlern Strafen ein.
    foto: ap/mark humphrey

    Preisabsprachen im Elektronikhandel handeln den Händlern Strafen ein.

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