Snowdens Leben als Roboter

13. Juni 2014, 10:55
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Der Whistleblower ist immer öfter als "Beam Pro Remote Presence“–Roboter unterwegs

Seit fast einem Jahr steckt Edward Snowden in Moskau fest: Fernab von Freunden und Familie; ohne Möglichkeit, physisch mit ihnen zu interagieren. Abhilfe schafft immer öfter ein Telepräsenz-Roboter, den Snowden bei seinem TED-Talk erstmals der Öffentlichkeit präsentierte.

Per Pfeiltasten bedienbar

Laut Wired handelt es sich dabei um ein "Beams Pro Remote Presence System“, das Snowden ganz einfach mit den Pfeiltasten seines Rechners bedienen könne. Während ein Bildschirm die Webcam-Übertragung anzeigt, bewegt sich der Roboter mit etwas mehr als 3 km/h wie gewünscht.

16.000 Dollar pro Gerät

Auf der Hersteller-Website wirbt Suitable Tech, das die Telepräsenz-Roboter produziert, außerdem mit der hohen Ausdauer der eingebauten Batterien: Bis zu acht Stunden Aktivität seien möglich, im Stand-By Modus ist der Roboter einen ganzen Tag lang verfügbar. Der Haken: Das Gerät kostet 16.000 Dollar, jede Aufladestation rund 1.000 Dollar extra.

beam smart presence

Mit Anwälten plaudern

Daher könne Snowden natürlich nicht an jedem beliebigen Ort als Roboter erscheinen. In den Büros seiner Anwälte von der American Civil Liberties Union ist der Whistleblower jetzt aber immer öfter präsent, wie der deutsche Tagesspiegel berichtet. So treffe Snowdens Anwalt Ben Wizner seinen Klienten ab und zu bei Diskussionen mit Kollegen an.

Greenwald: Roboter zur NSA schicken

Auch Snowdens Vertraute Glenn Greenwald und Laura Poitras haben bereits Bekanntschaft mit dem Roboter gemacht: Poitras sei laut Wired bei der ersten Begegnung vor Schreck zurückgesprungen, während Greenwald auf Twitter scherzte, man solle den Roboter doch auf dem Parkplatz des NSA-Hauptquartiers loslassen.


"Beep boop Transparency"

Snowdens Telepräsenz hat sogar zu einem eigenen "Robot Snowden“-Twitter-Account geführt, der mit Wortmeldungen wie "Beep boop I Believe in Transparency“ die endgültige Maschinenwerdung des Whistleblowers ironisiert.

Snowden ist Fan

Edward Snowden selbst soll mit dem Gerät sehr glücklich sein und schon länger von Telepräsenz als "Durchbruchstechnologie“ gesprochen haben. Probleme sieht er freilich in der geringen Sicherheit, die solche Roboter aufweisen: So verschlüsselt der Hersteller die Kommunikation zwar, eine vollständige Garantie möchte er aber nicht abgeben. (fsc, derStandard.at, 13.6.2014)

  • Am TED-Talk war Snowden per Roboter präsent
    foto: cc/ted talk

    Am TED-Talk war Snowden per Roboter präsent

  • Die Herstellerfirma wirbt mit einfacher Bedienbarkeit
    foto: screenshot/suitable tech

    Die Herstellerfirma wirbt mit einfacher Bedienbarkeit

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