Ölpreise wegen Irak-Krise weiter gestiegen

13. Juni 2014, 13:11
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Kämpfe im Irak treiben Preis für Nordsee-Öl auf Neunmonatshoch

New York/London - Die Ölpreise haben ihren Höhenflug wegen der schweren Kämpfe im wichtigen Förderland Irak am Freitag weiter fortgesetzt. Nach dem starken Preissprung vom Vortag legten die Notierungen aber nur noch leicht zu. Im frühen Handel erreichte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli bei 114,69 US-Dollar (84,8 Euro) den höchsten Stand seit neun Monaten.

Am späten Vormittag fiel der Preis wieder etwas zurück und stand gegen Mittag bei 113,45 US-Dollar. Das waren 48 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI erhöhte sich um 50 Cent auf 107,03 Dollar. In der vergangenen Nacht war der Preis für US-Rohöl in der Spitze bis auf 107,68 Dollar geklettert und hatte damit den höchsten Stand seit September erreicht. "Preistreibend sind nach wie vor die Ereignisse im Irak", hieß es in einer Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank.

Der Ölmarkt reagiert seit Tagen mit großer Nervosität auf die Kämpfe im Irak, einem Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Das Land zählt neben Saudi-Arabien zu den Staaten mit den größten Ölvorräten der Welt. In den vergangenen Tagen hatten Kämpfer der radikal-islamischen Terrorgruppe Isis überraschend schnell große Gebiete im Norden des Förderlandes unter ihre Kontrolle gebracht. Meldungen zufolge sollen sich die Kämpfer weiter auf dem Vormarsch in Richtung der irakischen Hauptstadt Bagdad befinden.

"Angesichts der aktuellen Sicherheitslage ist es schwer vorstellbar, dass die Ölproduktion im Norden des Irak in absehbarer Zeit zurückkehren wird", so die Commerzbank. Allerdings wird die Produktion im Süden des Landes, die mit etwa 90 Prozent den Löwenanteil der irakischen Ölexporte ausmacht, von den Kämpfen bis jetzt noch nicht beeinträchtigt. Laut Commerzbank zeigt aber die Nervosität am Ölmarkt, dass auch die Ölproduktion im Süden nicht mehr als sicher eingeschätzt wird. Generell gilt unter Fachleuten: Sollte es im Irak zu großen Angebotsausfällen an Rohöl kommen, könnten diese durch das OPEC-Kartell kaum ausgeglichen werden.

Der Preis für OPEC-Rohöl legte zuletzt zu. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 107,39 US-Dollar. Das waren 1,19 Dollar mehr als am Mittwoch. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells. (APA, 13.6.2014)

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