Mordprozess im Fall Larissa: Angeklagter bekannte sich schuldig 

13. Juni 2014, 06:43
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Staatsanwaltschaft beantragte Einweisung in Anstalt für abnorme Rechtsbrecher - 24-Jähriger: "Ich habe sie sehr gemocht, wir wollten es miteinander probieren"

Innsbruck - Am Landesgericht Innsbruck findet heute, Freitag, der Prozess im Fall der vergangenen September in Tirol getöteten 21-jährigen Larissa B. statt. Der 24-jährige Freund der jungen Frau muss sich wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat die Einweisung des Angeklagten in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher beantraget.

Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, die junge Frau in der Nacht auf den 14. September 2013 in seiner Wohnung aus Wut wegen vermeintlicher Untreue am Hals gepackt, sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, anschließend erstickt und danach die Leiche in den Inn geworfen zu haben. Die Leiche der 21-Jährigen blieb zunächst verschwunden und wurde bei einer groß angelegten Suchaktion am 6. Oktober aus dem Fluss geborgen.

Angeklagter bekannte sich schuldig

Der Angeklagte bekannte sich vor Richter Norbert Hofer schuldig. "Ich habe sie sehr gemocht, wir wollten es miteinander probieren", sagte der Beschuldigte über seine Beziehung zum Opfer. Er sei eifersüchtig geworden, meinte der 24-Jährige im bis auf den letzten Platz besetzten Gerichtssaal. Den Prozess verfolgten auch Larissas Eltern und ihre Schwester.

Er habe Larissa kurz vor der Tat zu einem Vorfall mit zwei anderen jungen Männern befragt. "Ich hab sie gefragt, ob da was gelaufen ist", meinte er. Sie habe daraufhin mit einem "nein, nein, nein" und einem "ironischen Lächeln" geantwortet. "Dann habe ich nur mehr rot gesehen", schilderte der Angeklagte. Daraufhin geschah alles innerhalb von Sekunden und er sei sich vorgekommen "wie in einem schlechten Film", fügte der 24-Jährige hinzu.

"Ich wollte nie jemanden verletzen. Ich wollte nicht wahrhaben was passiert ist", beteuerte der junge Mann. "Ich würde mein Leben geben, um das wieder gut zu machen", fügte er hinzu. Er habe viel Zeit gehabt, über das Geschehene nachzudenken, und könne ausschließen, dass er jemals wieder so etwas tun werde. Es sei das Schlimmste gewesen, was er jemals erlebt habe, erklärte der 24-Jährige. (APA, derStandard.at, 13.6.2014)

  • Spurensicherung am Tatort im September 2013
    foto: apa/parigger

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