Dustin Brown lässt Nadal scheitern

12. Juni 2014, 20:19
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Deutsch-Jamaikaner gewinnt in zwei Sätzen gegen den Sandplatzkönig - Federer hat mit Portugiesen Sousa Probleme

Halle - Rafael Nadal wusste nicht so recht, wie ihm geschah. Links und rechts schlugen die gelben Filzkugeln neben ihm ein. Der frischgekürte Sandplatzkönig von Paris fand kein Gegenmittel und ging bei seinem Saisondebüt auf Rasen in Halle beinahe chancenlos unter. Auf der anderen Seite jubelte Dustin Brown, im Vergleich mit Nadal eine kleine Nummer in der Tenniswelt, dafür Publikumsliebling und nun im Viertelfinale der Gerry Weber Open.

4:6, 1:6 verlor Nadal vier Tage nach seinem historischen neunten Triumph von Roland Garros und verpasste es, seinem ewigen Rivalen Roger Federer in die Runde der besten Acht zu folgen. Der Rekordsieger aus der Schweiz gewann seinen Auftakt trotz anfänglicher Probleme gegen den Portugiesen Joao Sousa 6:7 (8:10), 6:4, 6:2.

Dem Weltranglistenerste Nadal fehlten nach einer Stunde in Browns Schlaghagel die Worte. "Ich habe heute doch kaum Tennis gespielt. Dieses Match hat keinen Wert für die Wimbledon-Vorbereitung, das macht es in jeder Hinsicht zu einem Negativ-Erlebnis", sagte der 28-Jährige, der erneut von Rückenproblemen sprach und sich nach "zwei, drei Tagen" ohne Tennis sehnt.

Nadal hatte es bereits vor dem Match geahnt: "Hier in Halle", sagte der 14-malige Grand-Slam-Champion, sei für ihn die Chance so groß wie bei keinem anderen Turnier, "in der ersten Runde auszuscheiden". Gerade gegen jemanden wie den Deutsch-Jamaikaner Brown, der unkonventionell wie kein zweiter Profi auf der Tennis-Tour agiert.

Brown schießt aus allen Lagen, "Alles oder Nichts" ist seine Devise auf dem Court. Auf Sand und allen Hartplätzen geht er gegen Nadal und den Rest der Weltklasse gnadenlos unter, doch auf Rasen ist der Gewaltaufschläger mit den langen Rastazöpfen immer für eine Überraschung gut.

"Mein Ziel war es, ihn so wenig normales Tennis wie möglich spielen zu lassen", sagte Brown: "Am Anfang haben sicher alle hier gedacht: Was macht der da?" Wenn er 0:6, 0:6 verloren hätte, "wäre das auch okay gewesen. Denn hey: Es ist ja Rafa".

Federer war gar nicht so unzufrieden mit der Extraschicht gegen Sousa. "Ich finde es sogar positiv, dass ich länger spielen musste", sagte Federer, der nun auf Lu Yen-Hsun aus Taiwan trifft. Dort muss sich der Rekord-Grand-Slam-Champion besonders beim Return steigern, um in Wimbledon-Form zu kommen.

"Da hatte ich ein paar Probleme. Das war manchmal ein bisschen frustrierend", sagte Federer: "Ich musste ruhig bleiben und mich durch das Match kämpfen. Mit den letzten eineinhalb Sätzen bin ich zufrieden." (sid, 12.6.2014)

  • Dustin Brown vermiest Nadal sein Saisondebüt auf Rasen.
    foto: ap/christian weische

    Dustin Brown vermiest Nadal sein Saisondebüt auf Rasen.

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