Paris will bessere Angebote für Alstom

12. Juni 2014, 18:54
2 Postings

Beratung um Alstom-Dossier

Paris - Die französische Regierung traf sich am Donnerstag unter dem Vorsitz von Staatspräsident François Hollande, um das Alstom-Dossier zu beratschlagen. Für den Energie- und Verkehrstechnikkonzern interessieren sich Siemens im Verbund mit Mitsubishi und General Electrics (GE). Ein Präsidialsprecher meinte nach der Sitzung, Frankreich habe "keine Präferenz", wünsche aber eine "Verbesserung der Übernahmeangebote" in Bezug auf die Beibehaltung von Arbeitsplätzen und Aktivitäten in Frankreich sowie dessen Energie-Unabhängigkeit.

Mit einem neuen Gesetz hat sich die Regierung ein Vetorecht beim Verkauf strategischer Privatkonzerne wie Alstom gesichert. Der Verwaltungsrat von Alstom und sein Konzernchef Patrick Kron hatten sich zuvor schon für das amerikanische GE-Offert ausgesprochen. Ein Konzernsprecher meinte nun, der Beizug japanischer Bieter würde zur "Zerschlagung" von Alstom führen, was "schockierend" wäre.

Dieses Argument wird allerdings von Experten angezweifelt. Das - noch nicht formalisierte - Vorhaben von Siemens und Mitsubishi liefe eher auf Kooperationen mit den Energie-Sparten von Alstom hinaus - nicht auf deren Übernahme, wie sie GE vorschlägt. Mitsubishi verlangte auf jeden Fall keinen Zutritt zum "Data room" von Alstom, das heißt zu seinen Finanzdaten. Ohne sie lässt sich aber ein klassisches Übernahmeangebot kaum vorstellen; und ohne Übernahme droht auch keine Zerschlagung, wie sie von den Alstom-Sprechern vorhergesagt wird. Im Gegenteil könnte eher GE versucht sein, die Stromübertragung an Toshiba weiterzuverkaufen. (brä, DER STANDARD, 13.6.2014)

Share if you care.