Impulstanz gegen Kindersklaverei

12. Juni 2014, 18:25
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Ismael Ivo und die Biblioteca do Corpo zeigen im Juli ein neues Stück, das ausgehend von der Geschichte einer jungen Zwangsprostituierten von kollektiver Schuld und Disziplinierung erzählt

Wien - Wenn Ismael Ivo, Mitgründer des Impulstanz-Festivals, in Rage gerät, kann er laut werden: "Bring back our girls!" Wütend macht ihn, dass Kinder weltweit, auch in seinem Heimatland Brasilien, als Arbeits- und Sexsklaven missbraucht werden.

Während des Impulstanz-Festivals, das Wien ab dem 17. Juli vier Wochen lang in ein Zentrum der zeitgenössischen Choreografie verwandeln wird, zeigen Ivo und die 30-köpfige Gruppe Biblioteca do Corpo ein neues Stück: Erendira. Ausgehend von der Geschichte einer jungen Zwangsprostituierten erzählt es von kollektiver Schuld und Disziplinierung.

Das Impulstanz-Performancefestival bietet diesmal insgesamt 40 Produktionen an, und im angeschlossenen Workshop-Festival gibt es - ein Rekord - rund 240 Kurse zu besuchen. Zu den Highlights unter den Tanzstücken zählen Werke von Lloyd Newson (die Uraufführung von John; es geht um einen Kriminellen, der sich zu ändern versucht), Alain Platel - er siedelt seine Eröffnungsproduktion tauberbach auf einer Müllhalde an - und der Südafrikanerin Dada Masilo respektive Stücke von Chris Haring, Amanda Piña, Akemi Takeya sowie An Kaler aus Österreich.

In dem Jungchoreografen-Format [8:tension] sind diesmal 14 Arbeiten zu sehen, etwa von dem Franzosen Gaëtan Rusquet, von Teresa Silva & Filipe Pereira aus Portugal oder der Kanadierin Dana Michel. Bei [8:tension] wird auch wieder der Prix Jardin d'Europe ausgelobt, der mit 10.000 Euro dotiert ist. (Helmut Ploebst, DER STANDARD, 13.6.2014)

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