Über Norwegen nach Katar

12. Juni 2014, 18:00
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Österreichs Handballer spielen in Bergen um ein Ticket für die WM 2015

Wien - Während Österreichs Kicker die Fußball-WM neuerlich entspannt vor dem Fernseher verfolgen dürfen, steht den Handballern eine aktive Teilnahme am nächsten Großevent ins Haus. Es winkt die Wüste von Katar, wo im Jänner 2015 die Handball-WM steigt. Dafür muss die Mannschaft von Patrekur Johannesson im Qualifikations-Playoff Norwegen aus dem Weg räumen, wobei der 28:26-Sieg aus dem Hinspiel vor einer Woche in Wien keinesfalls ausgereicht hat, um völlig unbeschwert zum samstägigen Rückspiel nach Bergen (15 Uhr, ORF Sport+) zu reisen.

"Wir spielen auf Sieg, müssen über uns hinauswachsen. Diese 60 Minuten kommen nie wieder, das wissen meine Spieler", sagt Teamchef Johannesson. "Die müssen uns auch erst einmal schlagen", sagte Kapitän Viktor Szilagyi vor der Abreise. Der 35-Jährige wird seine Karriere nach dieser Mission wohl beenden. Für Österreich wäre es die dritte WM-Teilnahme nach 1993 und 2011.

Die Norweger sind ziemliche Hünen, im Tor stark besetzt und im Konter blitzschnell. Ein Lieblingsgegner sieht anders aus. Bei der Heim-EM 2010 setzte es in der Hauptrunde eine 27:30-Niederlage und bei der WM ein Jahr später im schwedischen Linköping ein 27:33. Dazu fehlt Österreich mit Max Hermann und Roland Schlinger ein Teil der Einsergarnitur im Rückraum.

Kompensationsspieler

Der frisch eingebürgerte Litauer Romas Kirveliavicius von den Fivers Margareten soll als Kompensation für die Ausfälle dienen. Szilagyi: "Er ist ein Spieler mit unglaublichen Qualitäten." Im Hinspiel wurde der 26-Jährige erstmals eingesetzt, bei seiner Leistung sei noch Luft nach oben gewesen. Johannesson, seit drei Jahren Teamchef, wünscht sich für die Zukunft komplettere Spieler formen zu können. Moderne Stars wie der Franzose Nikola Karabatic (Angriff) oder der Tscheche Filip Jicha (Abwehr) seien entsprechende Vorbilder. Sollte die Auswahl des ÖHB einen weiteren Meilenstein setzen, würde das für den Isländer nichts ändern. "Das Leben geht weiter. Ich kümmere mich um die Dinge, die ich beeinflussen kann. Wir haben große Fortschritte gemacht. Wenn Sponsoren das honorieren, ist es umso schöner."

Johannesson weiß mittlerweile auch, dass am Fußball in Österreich kein Weg vorbei führt: "Man erinnert sich hier gerne an gute alte Zeiten. ORF Sport plus zeigt Wiederholungen von Fußballspielen aus den 70er Jahren. Vielleicht wird Handball irgendwann populärer werden." (Florian Vetter, DER STANDARD, 13.6.2014)

  • Auf ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson und sein Team kommt kein Lieblingsgegner zu.
    foto: apa/ hochmuth

    Auf ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson und sein Team kommt kein Lieblingsgegner zu.

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