Samuel Eto'o und der Unterschied

12. Juni 2014, 17:47
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Kamerun braucht gegen Mexiko seinen Star

Natal - Im Sheraton-Hotel in Vitória hat der Fußballverband Kameruns sechs Luxussuiten gebucht. Eine davon ergatterte wie selbstverständlich Samuel Eto'o. Der exzentrische Superstar der "unbezähmbaren Löwen" muss schließlich gebändigt werden. Will Kamerun im ersten Spiel am Freitag (18 Uhr MESZ, ORF 1) in Natal gegen Mexiko in Gruppe A reüssieren, braucht Kameruns deutscher Teamchef Volker Finke einen gut gelaunten Goalgetter.

Weit reichen die Zugeständnisse an Eto'o, die Extrawürstel für ihn sind legendär. Bei nächtlichem Frauenbesuch kennt Finke allerdings kein Pardon: Der Coach soll vom Hoteldirektor Zugang zu allen Aufnahmen in den fünf Hotelgängen gefordert haben.

Finke hat sich mit dem 33-jährigen Nationalhelden irgendwie arrangieren müssen: Als Eto'o im September 2013 vor dem Länderspiel gegen Libyen ein Wörtchen bei der Aufstellung mitreden wollte, lehnte der Deutsche ab. Eto'o erklärte als Konsequenz seinen Rücktritt vom Nationalteam. Der Verband ging auf die Knie - Eto'o kehrte nur einen Monat später zur finalen Phase in der WM-Qualifikation triumphal zurück. "Eto'o ist der beste Stürmer in Kamerun. Er kann jederzeit den Unterschied ausmachen", sagt Finke. Vergangene Woche verzögerte er mit der Mannschaft wegen eines Streits mit dem Verband um höhere WM-Prämien den Abflug nach Brasilien um 24 Stunden.

Eto'o hat in 117 Spielen für Kamerun 56 Tore geschossen. Seine Performance in Brasilien dürfte auch direkte Konsequenzen für seine weitere Zukunft im Vereinsfußball haben. Denn Eto'o ist nach seinem bevorstehenden Abschied vom FC Chelsea ablösefrei zu haben - und dementsprechend begehrt. Sein Alter sieht der vierfache afrikanische Fußballer des Jahres überhaupt nicht als Problem. Er spricht nicht nur von der WM 2018, sondern auch von jener 2022. Da wäre der Stürmer dann 41 Jahre alt. Der legendäre Roger Milla hat für Kamerun bei der WM 1994 übrigens als 42-Jähriger getroffen. (krud, sid, DER STANDARD, 13.6.2014)

Möglichen Aufstellungen

Gruppe A (1. Runde):

Mexiko - Kamerun (Freitag, 18 Uhr MESZ, Natal, Arena das Dunas, SR Roldan/Kolumbien)

Mexiko: 13 Ochoa - 22 Aguilar, 2 Rodriguez, 4 Marquez, 15 Moreno, 7 Layun - 23 Vazquez, 6 Herrera, 18 Guardado - 10 Dos Santos, 19 Peralta

Ersatz: 1 Corona, 12 Talavera - 3 Salcido, 5 Reyes, 16 Ponce, 8 Fabian, 17 Brizuela, 20 Aquino, 21 Pena, 9 Jimenez, 11 Pulido, 14 Hernandez

Teamchef: Miguel Herrera

Kamerun: 16 Itandje - 4 Djeugoue, 3 Nkoulou, 21 Matip, 12 Bedimo - 17 Mbia, 6 Song, 18 Enoh - 8 Moukandjo, 9 Eto'o, 13 Choupo-Moting

Ersatz: 1 Feudjou, 23 Ndjock - 2 Assou-Ekotto, 5 Nounkeu, 14 Chedjou, 22 Nyom, 7 Nguemo, 11 Makoun, 20 Salli, 10 Aboubakar, 15 Webo, 19 Olinga

Teamchef: Volker Finke

  • Eto'o has left the plane.
    foto: apa/ap/abd

    Eto'o has left the plane.

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