ÖBB baut in Vorarlberg Güterterminals aus

12. Juni 2014, 19:06
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Bahnchef Kern nennt Befürchtungen erhöhten Bahnlärms in Bregenz "übertrieben"

Bregenz - Glaubt man ÖBB-Vorstand Christian Kern, ist Vorarlberg das "absolute Bahnmusterland". Die Besonderheit im westlichsten Bundesland: "Die größten Befürworter der Bahn sitzen in der Landesregierung." Und weil man so gut miteinander kann, stellte Kern mit Landeshauptmann Markus Wallner und dessen Stellvertreter Karlheinz Rüdisser (beide VP) am Donnerstag das Ausbauprogramm bis 2019 vor.

Das Bahnpaket ist 340 Millionen Euro schwer und bietet für die Vorarlberger Industrie ein besonderes Zuckerl: Der Güterumschlag in Ludesch (Bezirk Bludenz) wird ausgebaut. Damit kommt die Bahn der Firma Rauch entgegen, die in der Region eine Abfüllanlage für einen bekannten Energydrink betreibt. Da Dosen keine Flügel haben, braucht man zusätzliche Gleise, der Baubeginn ist für Ende des Jahres geplant. Die ÖBB werden 15 Millionen Euro in die zusätzliche Infrastruktur investieren. Kapazitätsprobleme und intensiver Schubbetrieb am Bahnhof Bludenz sollen bald Vergangenheit sein.

Ein "Schlüsselprojekt"

Durch den erweiterten Güterumschlag im Oberland würde der Terminal Wolfurt, laut Wallner "Schlüsselprojekt für die weitere dynamische Wirtschaftsentwicklung", entlastet. Die Kapazität des Güterbahnhofs soll bis 2018 verdoppelt werden.

Befürchtungen der Bregenzer Bürgerinitiative "Mehr am See", der Güterverkehr am Bodenseeufer werde dadurch steigen, sind "übertrieben", sagt Kern. Derzeit führen auf dieser Strecke zwei Güterzügen täglich, zwölf wären möglich. Kern: "Es werden aber keine zwölf fahren."

Die Forderung der Bürgerinitiative nach einem Tunnel wird zurzeit geprüft. Die Potenzialstudie wird in der zweiten Juliwoche vorgestellt, kündigte Kern an. (jub, DER STANDARD, 13.6.2014)

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