Elisabeth Plank: Zwischen den Zuständen

12. Juni 2014, 17:20
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"Expansive Formulierungen" im Meierhof in Schwertberg und im Jesuitenfoyer in Wien

Zwei Ausstellungsräume, auf die Elisabeth Plank reagiert: Im weitläufigen Obergeschoß des Meierhofs in Schwertberg setzt sie einzelne Arbeiten in Beziehung - der Zwischenraum wird zu einem Assoziationsraum, den der Betrachter ausschöpfen kann. Für das Jesuitenfoyer in Wien - als strenger, einfacher Ausstellungsraum ganz anders zu bespielen als der ländliche Meierhof - wählte die Künstlerin mit Gustav Schörghofer fünf Arbeiten aus, die in sich geschlossen sind. Gemeinsam ist den Arbeiten, dass sie auf den ersten Blick reduziert erscheinen und ihren Entstehungsprozess scheinbar leichtfertig offenbaren.

Die Künstlerin schafft aus bunten Strichlagen räumliche Strukturen und Flächen, die sich mit anderen Flächen verzahnen. Im Meierhof sind es vor allem die beiden großformatigen Bilder Skizze 1 und Skizze 2, die Aufmerksamkeit erregen. Dort spielen, verdichten und entfernen sich die farbigen Linien, formen sich zu Objekten und lösen sich wieder auf. Es sind eher Farbformulierungen oder vorläufige Formzustände denn Statements mit Gültigkeitsanspruch.

Gemeinsam ist den Arbeiten, dass Künstlerin wie Betrachter sich auf etwas einlassen, das man mit der Überwindung von Kenntnis, Wissen, aber auch des eigenen Künstler- (oder Betrachter-)Egos beschreiben kann. Die 54-Jährige, die bei Oswald Oberhuber studiert hat, arbeitet von Werkserie zu Werkserie neu, probiert aus, experimentiert, hält sich nicht auf mit Erlerntem, Bekanntem. Und setzt sich jedem Stück Leinwand befreit von einem zielgerichteten Vorhaben oder einer Behauptungsstrategie aus. Eine kräfteraubende Vorgangsweise, die sich im Ergebnis in beiden Ausstellungen allerdings leicht und fröhlich gestaltet. (wkh, DER STANDARD, 13.6.2014)

"Expansive Formulierungen", Meierhof Schwertberg, OÖ,; Jesuitenfoyer, Wien; beide bis 29. 6.

  • Farbige Linien als Werkzeuge für räumliche Überlegungen: Elisabeth Plank im Jesuitenfoyer Wien.
    foto: jesuitenfoyer

    Farbige Linien als Werkzeuge für räumliche Überlegungen: Elisabeth Plank im Jesuitenfoyer Wien.

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