Menschenhandel aus Westafrika: Dutzende Festnahmen in Europa

12. Juni 2014, 16:48
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Rund 100 Opfer und 30 Täter bei Kontrollen in Bordellen identifiziert - Auch in Österreich Ermittlungen in allen Bundesländern

Den Haag/Wien - In Österreich und 14 weiteren europäischen Ländern ist die Polizei am Mittwoch in einer großen Operation gegen Menschenhandel aus der Region Westafrika vorgegangen. Das berichtete die Behörde Europol am Donnerstag in einer Aussendung. Insgesamt wurden 673 Personen überprüft und dabei 111 potenzielle Opfer identifiziert. 30 Personen mit Verbindungen zu kriminellen Strukturen wurden ausgeforscht.

Hierzulande gab es Ermittlungen in allen Bundesländern, teilte Silvia Strasser, Sprecherin des Bundeskriminalamts (BK), auf APA-Anfrage mit. Die Daten von 35 Personen aus Österreich seien zur Überprüfung weitergeleitet worden. Es handle sich dabei sowohl um Männer als auch um Frauen. Deren genaue Opfer- oder Täterrolle sei noch Gegenstand von Ermittlungen, sagte Strasser. Überprüfungen gab es vor allem in Lokalen und Bordellen.

Menschenwürde und Unversehrtheit verletzt

Durch die länderübergreifende Aktion sollten Opfer von Menschenhandel aus Westafrika identifiziert und Hinweise auf die Täter und deren Organisationen erlangt werden, teilte das deutsche Bundeskriminalamt mit, das die Operation leitete. Die Kontrollaktion ermögliche es den Behörden, "Opfer von Menschenhandel aus den Fängen ihrer Peiniger zu befreien, internationale Schleusernetzwerke zu erkennen und langfristig organisierte Tätergruppen zu zerschlagen."

Die Täter gingen beim Menschenhandel auf brutale Weise vor, nutzten gezielt die Sorglosigkeit und Hoffnung der Opfer aus und verletzten deren Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit, hieß es weiter. Nur durch Kontrollen könnten Opfer ermittelt werden, da es kaum Anzeigen gebe. Für die Täter sei der Menschenhandel ein lukratives Geschäft. Die Opfer erwirtschafteten durch Prostitution teilweise mehrere tausend Euro im Monat. (APA, 12.6.2014)

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