Erneut Mädchen in Indien erhängt aufgefunden

12. Juni 2014, 14:47
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16-Jährige tot in Baum entdeckt - Auch 45-Jährige offenbar ermordet

Neu-Delhi - Erneut sind im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh in Bäumen erhängte Gewaltopfer gefunden worden. Am Donnerstag wurde im Distrikt Moradabad ein 16-jähriges Mädchen tot in einem Baum entdeckt, wie die Nachrichtenagentur IANS berichtete. Ihre Familie gehe davon aus, dass sie vergewaltigt und ermordet worden ist. Die Polizei ordnete eine Untersuchung der Leiche an.

Vor gut einer Woche hatte der Fall zweier minderjähriger Cousinen, die im selben Bundesstaat im Distrikt Badaun von mehreren Männern missbraucht und erhängt worden waren, im ganzen Land Entrüstung und Proteste hervorgerufen. Am Mittwoch war eine 45-Jährige in einem Baum erhängt nahe der nepalesischen Grenze gefunden worden. Die Polizei geht von Mord aus. Ob die Frau zuvor vergewaltigt wurde, war unklar.

Parallelen bei Fällen

Laut IANS verschwand die 16-Jährige in Moradabad am Mittwochabend. Sie sei allein daheim gewesen, während die Familie auf einer Feier war. Die Angehörigen werfen der Polizei vor, sie auf den nächsten Morgen vertröstet zu haben, als sie das Mädchen als vermisst melden wollten. Die Reaktion der Behörden erinnert an den Fall der beiden Cousinen. Auch hier hatten sich die Polizisten zunächst geweigert, nach den verschwundenen Mädchen zu suchen. Zwei Beamte müssen sich nun dafür verantworten, nicht auf die Vermisstenmeldung reagiert zu haben. Der Fall wurde an Bundesbehörden übergeben.

Ein weiterer Missbrauchsfall lässt zusätzlich Zweifel am Vertrauen in die lokalen Polizeibehörden von Uttar Pradesh aufkommen: Im Distrikt Hamirpur berichtete eine Frau, von vier Beamten in der Polizeistation vergewaltigt worden zu sein, wie der Sender NDTV am Donnerstag meldete. Sie war zur Polizei gegangen, um sich für die Freilassung ihres festgenommenen Ehemannes einzusetzen. Sie habe sich geweigert, dafür ein Schmiergeld zu zahlen, und sei daraufhin vergewaltigt worden. Laut dem Sender wurde ein Polizist festgenommen.

Der Frauenrechtlerin Ranjana Kumari zufolge kommen in jüngster Zeit immer mehr Vergewaltigungen an die Öffentlichkeit. "Die Menschen haben mehr Mut, die Fälle anzuzeigen. Sie gehen zu diensthöheren Polizeibeamten und zu den Medien, wenn die lokale Polizei sie wegschickt", sagte sie.  (APA, 12.6.2014)

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