"Project X": Echter Cyberkrieg mit Oculus Rift und Touchscreen-Tisch

12. Juni 2014, 14:54
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Projekt des US-Militärs - Abwehr von Angriffen auf Computersysteme soll vereinfacht werden

Ob der Angriff auf wichtige Infrastruktur oder die Koordinationen von Drohnen – Computersystene spielen in der Welt des Militärs eine immer wichtige Rolle. Längst ist der Cyberspace zu einem neuzeitlichen Schlachtfeld geworden.

Die Abwehr von Angriffen auf Informationssysteme obliegt oft der Verantwortung gut geschulter IT-Spezialisten, während der durchschnittliche Soldat kaum über relevante Kenntnisse verfügt. "Plan X", ein Projekt der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), die zum US-Verteidigungsministerium gehört, soll dies nun ändern und den digitalen Krieg zu einer Art Videospiel machen.

Abschied von der Tastatur

Der ambitionierte Plan: Sich der Tastatur zu entledigen. An ihre Stelle sollen intuitive Oberflächen rücken. Einen wichtigen Teil des Konzepts nehmen dabei die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift und ein Tisch mit riesigem Touchsreen ein.

Letzterer dient unter anderem zur Visualisierung von Signalen, wie Bluetooth und Wi-Fi auf einer Karte. Eine neuere Version soll Holographie beherrschen und Objekte in 3D anzeigen können, ohne dass der Betrachter dafür eine eigene Brille aufsetzen muss. Die Idee: Computernetzwerke zu visualisieren und bedienbar zu machen und auf dieser Basis die Planung von Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

Oculus Rift soll zur verbildlichten Darstellung von elektronischen Angriffen dienen, die dem Betrachter nur die für Gegenmaßnahmen notwendigen Informationen anzeigen und alle überflüssigen "Komplexitäten" ausblenden, wie The Verge zusammenfasst.

Cyberspace á la "World of Warcraft"

Es sei, wie einen Soldaten mit der Waffe in der Hand in ein Gefecht im Cyberspace zu schicken, fasst das Verteidigungsministerium "Plan X" zusammen. Der Vater des Projektes, Dan Roelker, erklärte vor einem Jahr gegenüber Wired, dass er den Cyberspace gerne auf das Level von "World of Warcraft" vereinfachen würde. Offensive Kapazitäten, also Einsatzmöglichkeiten für eigene Angriffe übers Web, sollen im Rahmen des Projekts nicht entwickelt werden.

Zivile Variante vorstellbar

Aufgrund von Budgeteinschnitten arbeitet die DARPA erst seit acht Monaten an der Verwirklichung von "Plan X". Projektmanager Frank Pound kann sich auch eine Umsetzung für zivile Verwendung vorstellen. Die Möglichkeit, Netzwerke visuell zu erkunden, würde seiner Ansicht nach gut ins Internet-Zeitalter passen. Auch Siri, Apples sprachgesteuerter Smartphone-Assistenz, ist ursprünglich bei der DARPA entwickelt worden. (red, derStandard.at, 12.06.2014)

  • Oculus Rift...
    foto: ap

    Oculus Rift...

  • ...und ein Holographie-Tisch mit Touchdisplay sollen beim Abschied von der Tastatur helfen.
    foto: darpa

    ...und ein Holographie-Tisch mit Touchdisplay sollen beim Abschied von der Tastatur helfen.

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