Blatter kandidiert erneut, Reform gescheitert

12. Juni 2014, 16:21
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Alterslimit und Mandatsbeschränkung kommen nicht - UEFA kann sich nicht durchsetzen - Präsident will bis 2019 bleiben

Sao Paulo - Der letzte Schritt des FIFA-Reformprozesses ist gescheitert: Die 209 Mitgliedsverbände des Fußball-Weltverbandes sprachen sich bei ihrem am Mittwoch zu Ende gegangenen Kongress in Sao Paulo gegen die Einführung einer Alters- und Mandatsbegrenzung aus.

FIFA-Präsident Joseph Blatter ("Meine Mission ist noch nicht beendet, das sage ich ihnen. Wir werden die neue FIFA errichten") hatte sich immer gegen eine Altersgrenze für die FIFA-Ämter ausgesprochen, er will sich 2015 in Zürich in seine fünfte Amtszeit wählen lassen. An deren Ende 2019 wäre der Schweizer 83 Jahre alt.

Für Europa brachte der Kongress die Erkenntnis, dass der Kontinent innerhalb der FIFA immer mehr an Einfluss verliert. Hinsichtlich Alterslimit und Mandatsbeschränkung standen die europäischen Verbände praktisch allein gegen den Rest der Welt.

Windtner ernüchtert

ÖFB-Präsident Leo Windtner war über die Vorgänge in Sao Paulo alles andere als glücklich. "Es war einigermaßen ernüchternd, wie Europa überstimmt worden ist, das war nicht zu erwarten und für uns enttäuschend", sagte der Oberösterreicher.

Von der klaren Ablehnung des Alterslimits und der Amtszeitbeschränkung profitiert vor allem Blatter. Zum einen kann der seit 1998 amtierende Präsident erneut zur Wahl antreten, zum anderen wurde durch das eindeutige Votum seine Favoritenstellung untermauert.

Nach seiner Wiederwahl 2011 hatte Blatter noch angekündigt, nach dem Auslaufen dieser Amtsperiode in den Ruhestand zu treten. Davon war am Mittwoch keine Rede mehr - dafür schwadronierte Blatter lieber über die mögliche Einführung des Videobeweises. "Das war ein nicht zu erwartender Schnellschuss, der meines Wissens nicht durch Experten untermauert ist", sagte Windtner.

Platini: Keine Unterstützung mehr

UEFA-Präsident Michel Platini ging am Donnerstag in einem AFP-Interview auf Distanz zum FIFA-Boss: "Ich werde Blatter nicht länger unterstützen, das ist vorbei."

Er selber wolle am 28. August bei der Champions-League-Auslosung in Monaco bekanntgeben, ob er als Gegenkandidat zu Blatter antritt. (sid/APA/red - 12.6. 2014)

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