Analyselabor in Chip-Größe zur Krebsfrüherkennung

12. Juni 2014, 11:49
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Mit neuen Biomarkern soll die Diagnosezeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs auf drei Stunden verkürzt und Behandlungserfolge besser überwacht werden 

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) forscht zusammen mit neun europäischen Partnern im Rahmen des neuen EU-Projekts CanDo an einem Mini-Labor für die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Unter Federführung der Universität Valencia werden im Rahmen des Projekts in den nächsten drei Jahren Biomarker von Bauchspeicheldrüsenkrebs im Blut von Patienten vermessen und charakterisiert. Ziel ist es, die Diagnosezeit auf etwa drei Stunden zu verkürzen und die Wirksamkeit der Behandlung besser zu überwachen.

Signifikanter Biomarker 

Zirkulierende Tumorzellen (CTC) stellen im Blut von Krebspatienten einen signifikanten Biomarker für die prognostische und die prädiktive Behandlung dar. Im Rahmen des Projekts wird eine Plattform entwickelt, die CTCs im Blut isolieren und deren Konzentration bestimmen kann. Der Vorteil des Systems liegt in seiner hohen Sensitivität, Schnelligkeit, Automatisierung und geringen Kosten.

Die CanDo-Plattform soll modular aufgebaut und in einen Chip integriert werden (Lab-on-a-Chip). Jedes Modul kombiniert unterschiedliche Technologien und Techniken, um CTCs zu isolieren, zu zählen und somit ein extrem niedriges Nachweislimit und eine hohe Spezifizität zu erreichen. Das IPHT wird dabei mittels oberflächenverstärkter Raman-Spektroskopie (SERS) die Krebszellen identifizieren. Dank der Lab-on-a-Chip-Technologien wird die CanDo-Plattform portabel und überall vor Ort einsetzbar sein.

Bislang wird Bauchspeicheldrüsenkrebs durch Untersuchungen, Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanz nachgewiesen. Keine dieser Methoden ist speziell für den Nachweis von Bauchspeicheldrüsenkrebs geschaffen oder für die Krebsfrüherkennung geeignet. Weil Bauchspeicheldrüsenkrebs eine schwer nachweisbare Krebsart ist, erfolgt die Diagnose oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Überlebensrate von 68.000 jährlich diagnostizierten Europäern liegt fünf Jahre nach der Diagnose bei unter fünf Prozent. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist der vierthäufigste Krebstod weltweit. (red, derStandard.at, 12.6.2014)

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