Kugelgürteltier erneut auf der Roten Liste gefährdeter Arten

12. Juni 2014, 11:47
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Mehr als 22.000 Tiere und Pflanzenspezies gelten als bedroht, heißt es im aktuellen Bericht der Weltnaturschutzunion

Genf - Das Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien steht wieder auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Der Bestand des Kugelgürteltiers (Tolypeutes tricinctus), auch als Dreibinden-Gürteltier bekannt, sei in den vergangenen zehn bis 15 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen, teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) im schweizerischen Gland mit.

Die lebenden Vorbilder für den WM-Glücksbringer Fuleco sind zwar nicht akut vom Aussterben bedroht. Die IUCN-Experten stuften die Spezies jedoch erneut als stark gefährdet ein. Laut Definition besteht damit ein "hohes Risiko", dass sie in naher Zukunft ausstirbt. Hauptgrund sei das Schrumpfen ihrer Lebensräume in den trockenen Buschlandschaften der Caatinga im Nordosten Brasiliens.

22.103 bedrohte Spezies

Noch schlimmer steht es um etliche andere der knapp 74.000 Tier- und Pflanzenarten, die von den IUCN-Wissenschaftern bewertet wurden. Insgesamt seien 22.103 Spezies vom Aussterben bedroht, so IUCN-Direktorin Julia Marton-Lefevre. Nach der aktualisierten Roten Liste gehören dazu nun auch 79 Prozent aller Frauenschuh-Orchideen in gemäßigten Klimazonen Nordamerikas, Europas sowie Teilen Asiens.

Zu den Ursachen gehört der IUCN zufolge neben dem Rückgang von Wäldern, dass weit mehr dieser Wildblumen kommerziell verwertet werden als internationale Handelsregeln erlauben. Von der im Südosten der chinesischen Provinz Yunnan beheimateten Orchideenart Cypripedium lentiginosum gebe es inzwischen nur noch weniger als 100 Exemplare.

Lemuren besonders gefährdet

Als stark gefährdet gilt auch der neu überprüfte Japanische Aal (Anguilla japonica), eine traditionelle Delikatesse. Die Nachfrage ist enorm, obwohl der Aal der teuerste Speisefisch Japans ist. Vom Aussterben bedroht ist die Art durch eine Kombination von Überfischung, Gewässerverschmutzung und Barrieren für die Migration der Fische.

Auch 94 Prozent der rund 100 Arten von Lemuren könnten in absehbarer Zeit aussterben, wobei die Bedrohung unterschiedlich stark ist. Lemuren leben auf Madagaskar und gehören zur Gruppe der Feuchtnasenaffen. Vor allem wegen der fortschreitenden Vernichtung der dortigen tropischen Wälder zählen sie inzwischen zu den am meisten gefährdeten Spezies der Welt. (APA/red, derStandard.at, 12.6.2014)

  • Im Bedrohungsfall rollt sich Tolypeutes tricinctus zu einer Kugel zusammen.
    foto: apa/epa/marcelo sayao

    Im Bedrohungsfall rollt sich Tolypeutes tricinctus zu einer Kugel zusammen.

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