Uber&Co ruft Taxibranche auf Barrikaden

11. Juni 2014, 17:05
47 Postings

Tausende Taxifahrer protestierten in Europas Großstädten gegen die neue Konkurrenz aus dem Netz

Berlin/Paris/Madrid - Das Internet sorgt für neue Geschäftsideen- und Modelle. Manche von ihnen stoßen allerdings in den Traditionsbranchen auf wenig Gegenliebe.  Die Taxi-Branche gehört derzeit dazu.

Tausende Fahrer haben nun in mehreren europäischen Großstädten gegen die neue Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. In Berlin beteiligten sich nach Polizeiangaben 450 Fahrer mit ihren Wagen an einer Sternfahrt zum Olympiastadion.

Der Protest richtete sich gegen Unternehmen wie Uber aus den USA, die mittels Handy-Apps Fahrer anbieten. Damit würden die Regeln der Branche unterlaufen, kritisiert das Taxigewerbe.

In Paris blockierten mehrere Hundert Taxifahrer kurzzeitig den Verkehr an den internationalen Flughäfen Charles de Gaulle und Orly. Dann rollten sie im Schneckentempo Richtung Innenstadt. In Madrid streikten fast alle Taxifahrer den ganzen Tag. Auch am Flughafen war kein einzigen Taxi aufzutreiben.

Protestfahrten mit kleineren Verkehrsbehinderungen gab es unter anderem auch in Hamburg, Barcelona und einigen italienischen Städten.  Auch in London haben am Mittwochnachmittag tausende der berühmten Taxis bei einer Demonstration die Straßen um den Trafalgar Square im Stadtzentrum blockiert.

Rechtswidrige Form

"Die Taxifahrer gehen auf die Straße, weil hier eine rechtswidrige Form der Beförderung stattfindet und das den Wettbewerb verzerrt", sagte Michael Müller vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband in Berlin. Private Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft.

Das Unternehmen Uber weist das naturgemäß zurück. Man biete eine zusätzliche Möglichkeit zur Fortbewegung an, sagte Patrick Studener, der für die Expansion des Dienstes in Europa zuständig ist. Auch die Uber-Fahrer müssten verschiedene Überprüfungen durchlaufen, bevor sie für die App zugelassen werden. Führerschein, Versicherung und polizeiliches Führungszeugnis würden geprüft, sagte Studener am Mittwoch. In Berlin begann der Limousinenservice vor eineinhalb Jahren. (APA/red, derStandard.at, 11.6.2014)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sieht gemütlicher aus, als es ist: Die Taxler sehen sich in ihrer Existenzgrundlage bedroht.

Share if you care.