Kroatien hat keine Angst vor der Seleção 

11. Juni 2014, 11:36
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Trainer Niko Kovac formiert in der Defensive viel Erfahrung -  Ex-Salzburger kam 2013 unverhofft zu Teamchef-Ehren

Sao Paulo - Kroatiens größten Erfolg verpasste Niko Kovac. Als die Fußball-Nationalelf bei der WM 1998 über Platz drei jubelte, musste der gebürtige Berliner verletzungsbedingt zuschauen. Als Trainer will er in Brasilien nun über die Statistenrolle hinauskommen. Die erste Chance dafür ergibt sich gleich zum WM-Auftakt: Am Donnerstag soll in Sao Paulo der Gastgeber und Favorit Brasilien geärgert werden.

Kroatiens Bilanz auf WM-Ebene war zuletzt ernüchternd. Seit dem großen Höhenflug mit Davor Suker, Zvonimir Boban und Robert Prosinecki kam 2002 und 2006 zweimal das Aus in der Gruppenphase, bei beiden Turnieren war Kovac dabei. 2010 gelang bereits ohne den heute 42-Jährigen nicht einmal die Qualifikation für Südafrika. In der Brasilien-Gruppe mit den weiteren Gegnern Kamerun und Mexiko sind die Karten diesmal aber nicht einmal so schlecht.

Mit Champions-League-Sieger Luka Modric von Real Madrid, dem in Linz geborenen und nun für Inter Mailand spielenden Mateo Kovacic sowie Ivan Rakitic (FC Sevilla, bald Barcelona) haben die ""Vatreni" (Die Feurigen) drei exzellente Mittelfeldstrategen. Im Sturm hat Kovac einige Möglichkeiten, auch wenn Mario Mandzukic (FC Bayern) das Eröffnungsspiel wegen einer Sperre verpassen wird.

Unerfahrenheit

Als Ersatz stehen Ex-Rapidler Nikica Jelavic (Hull City) und der gebürtige Brasilianer Eduardo da Silva (Schachtar Donezk) parat. Die Defensive trumpft mit Erfahrung auf: Torhüter Stipe Pletikosa und seine vier Vorderleute haben zusammengezählt mehr als 300 Länderspiele bestritten.

An Erfahrung scheint es am ehesten Kovac noch zu mangeln. Der als Sohn kroatischer Eltern in Berlin geborene Ex-Teamkapitän der Kroaten (83 Länderspiele) übernahm den Posten erst im Oktober 2013 vom beurlaubten Igor Stimac.

"Unsere Mannschaft vor wahrscheinlich zwei Milliarden Zuschauern in das Eröffnungsspiel gegen Brasilien führen zu dürfen, ist schon ein steiler Aufstieg", meinte Kovac über seinen Werdegang - dabei wäre er im Juni 2013 fast in Wien gelandet. Der von 2006 bis 2009 noch für Red Bull Salzburg im Mittelfeld ackernde Ex-Profi stand mit der Austria als Peter-Stöger-Nachfolger in Verhandlungen. Er entschied sich aber für seinen Verbleib im kroatischen Verband. (APA/red, 11.6.2014)

  • Kroatiens Trainer Niko Kovac will mehr als nur Vorbeischauen bei der WM.
    foto: apa/scheriau

    Kroatiens Trainer Niko Kovac will mehr als nur Vorbeischauen bei der WM.

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