Chiles Regierung stoppte Mega-Staudammprojekt in Patagonien

11. Juni 2014, 06:44
posten

Geplante Wasserkraftwerke seit Jahren umstritten 

Santiago de Chile - Die Regierung von Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat den Bau von fünf umstrittenen Staudämmen in Patagonien gestoppt. "Das Wasserkraft-Projekt HidroAysen ist hiermit zurückgewiesen", verkündete Umweltminister Pablo Badenier am Dienstag. Zur Begründung verwies die Regierung auf mögliche Umweltschäden.

Bei der Planung seien zudem "entscheidende Fehler" gemacht worden, sagte der Minister. So seien etwa die Auswirkungen auf die in der Region lebenden Menschen nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Feiern auf den Straßen

In Santiago feierten nach der Entscheidung Hunderte Staudammgegner auf den Straßen, auch in der Region Aysen 1300 Kilometer südlich der Hauptstadt gab es spontane Freudenfeste.

Für das Mega-Projekt des spanisch-chilenischen Konsortiums Endesa-Colbun sollten die Flüsse Baker und Pascua in zwei wilden Tälern der Region Aysen gestaut werden. Die Wasserkraftwerke sollten eine Leistung von 2750 Megawatt bringen. Das Konsortium kann noch gerichtlich gegen die Entscheidung der Regierung vorgehen.

5900 Hektar Land sollte geflutet werden

Umweltschützer waren gegen die Pläne seit Jahren Sturm gelaufen. Für das Staudammprojekt sollten 5900 Hektar weitgehend unbesiedeltes Land geflutet werden. Um den Strom in den Norden des Landes zu transportieren, hätte zudem eine 2.000 Kilometer lange Hochspannungsleitung gebaut werden müssen.

Der Staudammgegner Patricio Rodrigo vom Rat zum Schutz Patagoniens sagte am Dienstag, das Aus für das Projekt sei "ein Erfolg der Bürger des Landes, die sich dafür eingesetzt haben, eine Landschaft zu schützen". Die sich an der Südspitze des amerikanischen Kontinents erstreckende Region Patagonien, die sowohl zu Chile als auch zu Argentinien gehört, ist mit ihren Wäldern, Steppen, Seen und Gletschern eine von Naturliebhabern aus aller Welt geschätzte Region. (APA, 11.6.2014)

  • Umweltschützer zeigten sich erfreut über die Absage des Staudammprojekts
    foto: epa/silva

    Umweltschützer zeigten sich erfreut über die Absage des Staudammprojekts

Share if you care.