Wahlsieger Thaci könnte doch noch als Verlierer dastehen

10. Juni 2014, 20:22
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Kosovarische Oppositionspolitiker einigen sich auf "Regierung der Hoffnung"

Pristina - Der Sieger der vorgezogenen Parlamentswahlen im Kosovo, der Chef der regierenden Demokratischen Partei (PDK), Ministerpräsident Hashim Thaci, könnte doch noch als Verlierer dastehen. Es wurde nämlich am Dienstag eine Einigung über die Bildung einer "Regierung der Hoffnung" von drei Oppositionspolitikern erreicht.

Die Demokratische Liga (LDK) von Isa Mustafa, die Allianz für die Zukunft (AAK) des einstigen Premiers Ramush Haradinaj und die kürzlich gebildete Initiative für den Kosovo von Famtir Limaj wollen laut Medienberichten in Prishtina eine Koalitionsregierung bilden, welche Thaci und seine PDK in die Opposition schicken soll.

"Unsere Regierung wird sich auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und den kompromisslosen Kampf gegen die organisierte Kriminalität und Korruption konzentrieren. Die Regierung wird beharrlich an der Eingliederung des Kosovo in die NATO-Allianz und die Europäische Union arbeiten", teilten die Chefs der drei Oppositionsparteien in einer Aussendung mit.

Das Amt des Ministerpräsidenten soll demnach dem AAK-Chef Haradinaj zufallen, jenes des Parlamentspräsidenten der Demokratischen Liga. Die Initiative für den Kosovo bekommt einen Vizeministerpräsidentenposten. Die drei Politiker wollen Gespräche über die Koalitionsbildung nun auch mit anderen Parlamentskräften führen.

Nach der Auszählung von 99,85 Prozent der Stimmzettel liegt die PDK Thacis mit 30,71 Prozent der Stimmen in Führung, die LDP hat 25,75 Prozent, die Vetevendosje, die angeblich das neue Regierungsbündnis unterstützen würde, kommt auf 13,51 Prozent. Die Allianz für die Zukunft hat sich 9,61 Prozent der Stimmen gesichert, die Initiative für den Kosovo 5,24 Prozent. Den Minderheitengruppen sind 20 von 120 Parlamentssitzen gesichert. (APA, 10.6.2014)

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