Bericht warnt vor Islamismus an britischen Schulen

10. Juni 2014, 18:36
853 Postings

In Birmingham wurde fundamental-religiöse Einflussnahme auf staatliche Schulen gemeldet

London - Es ist schon ziemlich extrem, was an den Schulen in Birmingham vorfiel: Weihnachts- und Osterfeiern wurden untersagt, Buben und Mädchen mussten getrennt sitzen, Kunst- und Musikunterricht fand nicht statt, und eine Klasse machte einen Ausflug, der satte 50.000 Pfund kostete: nach Mekka, zum Pilgern. Ein Skandal hat Großbritannien erfasst, der die islamistische Unterwanderung von staatlichen Schulen offenlegt.

Birmingham, die zweitgrößte Metropole des Landes, hat eine erhebliche muslimische Bevölkerung. Im März sorgte ein anonymer Brief für Aufsehen. Er warnte, dass an vielen Schulen Birminghams eine Operation "Trojanisches Pferd" im Gange sei: Moderate Schulleiter würden durch Elternvertreter hinausgedrängt, um das Curriculum fundamental-islamisch auszurichten.

"Kultur von Angst und Einschüchterung"

Der Erziehungsminister Michael Gove veranlasste eine umfassende Schulinspektion durch die Aufsichtsbehörde Ofsted. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Von 21 Schulen bestanden nur drei. Dreizehn erhielten Auflagen, und bei fünf Schulen wurde das Prädikat "ungenügend" vergeben.

Eine "Kultur von Angst und Einschüchterung" herrsche an den Schulen, befand der Bericht, der Unterricht würde auf eine "konservative islamische Perspektive" reduziert, die Kinder würden "nicht ordentlich auf ein Leben in einer diversen Gesellschaft" vorbereitet und seien daher von einer "kulturellen Isolierung" gefährdet.

Der Ofsted-Direktor Sir Michael Wilshaw bestätigte, was in dem Brief über das "Trojanische Pferd" unterstellt worden war: Ja, es habe seitens radikalmuslimischer Gruppen "eine organisierte Kampagne gegeben, die es auf bestimmte Schulen abgesehen hat".

"Weiße Prostituierte"

Einige der Beispiele sind tatsächlich erschreckend. Da wurden nichtmuslimische Frauen als "weiße Prostituierte" abgestempelt oder Redner eingeladen, die für den Kampf der Taliban warben. Ein Lehrer weigerte sich, Frauen die Hand zu geben. Sexualkunde wurde gestrichen. Musikhören war nicht erlaubt. Vormals bestehende Beziehungen zu anderen Konfessionen wurden eingestellt.

Jetzt ist der Aufschrei groß. Während von rechter Seite der Ruf nach schärferen Kontrollen erschallt, hallt von links der Vorwurf der Islamophobie. Gove erklärte vor dem Unterhaus, dass in Zukunft Schulinspektionen ohne Ankündigung durchgeführt werden können. Zudem würde es ab September eine rechtliche Verpflichtung für alle Schulen geben, "britische Werte zu fördern". Dazu gehöre das Primat des Zivil- und Strafrechts, religiöse Toleranz und die Ablehnung der Geschlechtertrennung. (Jochen Wittmann aus London, DER STANDARD, 11.6.2014)

  • Laut einem Bericht wird an einigen Schulen Birminghams der Unterreicht auf eine "konservative islamische Perspektive" eingeengt.
    foto: reuters/ali jarekji

    Laut einem Bericht wird an einigen Schulen Birminghams der Unterreicht auf eine "konservative islamische Perspektive" eingeengt.

Share if you care.