Metallstacheln sollen Obdachlose in London vergrämen

10. Juni 2014, 16:46
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Zehntausende, darunter Bürgermeister Johnson, fordern die Entfernung der Stacheln

London - Die Installation von Metallstacheln zur Abwehr von Obdachlosen in einer Gebäudenische eines Londoner Wohnhauses hat einen Aufschrei im Netz provoziert. 60.000 Menschen unterzeichneten bis Dienstagnachmittag eine Online-Protestpetition, auch Bürgermeister Boris Johnson verurteilte die Maßnahme als "hässlich, selbstzerstörerisch und dumm".

Die Behörden wollen für die Stacheln nicht verantwortlich sein, einbauen ließ sie offenbar die Hausverwaltung des Gebäudes in Southwark südlich der Themse. Die kurzen, spitzen Nägel ähneln den Metallstacheln zur Abwehr von Tauben, die an zahlreichen Gebäuden angebracht sind. Sie sollen offenkundig verhindern, dass Obdachlose vor dem Haus in der Nachbarschaft von Shakespeare's Globe Theatre schlafen.

In der Online-Petition auf der Website change.org werden sie als "unmenschlich" gebrandmarkt. Die Protestbewegung geht auf Bilder von Twitter-User "ethicalpioneer" zurück, die er im sozialen Netzwerk postete.

Stacheln "können keine Antwort sein"

Die Stadt müsse mehr tun, um sich um die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft zu kümmern, war der Tenor auf change.org.

Dem schloss sich nun auch Johnson an. Die Stacheln müssten "so schnell wie möglich" von der Hausverwaltung wieder entfernt werden, twitterte der konservative Bürgermeister. Zwar verteidigte er seine eigene Kampagne gegen Obdachlosigkeit, räumte aber ein, dass die Behörden nicht genug erreicht hätten. Und Stacheln gegen Obdachlose könnten "keine Antwort sein".

Das Haus wurde 2009 an die Bewohner verkauft. Die zuständige Hausverwaltung war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Nach Schätzung von Wohlfahrtsorganisationen haben in London von Jänner bis März mehr als 2.000 Menschen auf der Straße übernachtet - acht Prozent mehr als im Vorjahr. (APA/red, derStandard.at, 10.6.2014)

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