ÖFB-Frauen gegen Finnland um das Wahren der WM-Chance

12. Juni 2014, 17:24
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Teamchef Dominik Thalhammer lässt offensiv spielen und hat die EM 2017 im Kopf

Wiener Neustadt - Die nächste Fußball-WM steigt nicht 2018 in Russland, sondern 2015 in Kanada. Die der Fußballerinnen. Ob mit oder ohne Österreich, wird sich weisen. Der Weg nach Kanada führt über Wiener Neustadt. Samstag, 16:30 Uhr, Österreich gegen Finnland. Ein Sieg muss her. Sonst ist die Chance dahin. Aber Dominik Thalhammer denkt ohnehin schon weiter. Die EM 2017 hat er im Kopf. Das ist das erklärte Ziel. Sein Team ist noch sehr jung, Durchschnittsalter 21.

Vorher aber Finnland. Der Konkurrent um Platz zwei in der Quali-Gruppe sieben. Frankreich wird sich Platz eins kaum nehmen lassen. Die besten vier von sieben Zweiten in den Europagruppen spielen am Ende noch um einen WM-Startplatz. Finnland hat 15 Zähler aus fünf Spielen geholt, Österreich neun aus sechs. Allerdings haben die Finninnen noch nicht gegen Frankreich gespielt, das ÖFB-Team schon. Zweimal verloren, aber mit Würde (jeweils 1:3).

Unglückliche Niederlage im Hinspiel

Verloren hat es auch das Hinspiel im September in Finnland. Sehr unglücklich mit 1:2. "Das war eine der besten Leistungen in der Quali-Phase. Das hat uns positiv gestimmt, auch wenn es uns punktemäßig nichts gebracht hat." Finnland ist in der Weltrangliste 23., Österreich 29. Ein Sieg wäre auch für die Rangliste gut, sagt Thalhammer, "damit wir künftig in einen besseren Lostopf kommen". Beobachtet wurden die Gegnerinnen ausführlich. "Sie haben ein sehr unangenehmes, effektives Spiel. Wir wissen, wie sie defensiv agieren." Österreich wird offensiv agieren. So der Plan.

"Ich denke, es wird ein enges Spiel werden." Die verletzten Bayern-Legionärinnen Carina Wenninger und Laura Feiersinger müssen kompensiert werden. "Das haben wir schon in Frankreich gut geschafft." Nina Burger ist dabei. Die ÖFB-Rekordtorschützin ist im Mai von Meister SV Neulengbach zu Houston Dash in die USA gewechselt. Das sei sicher ein Vorteil - auch für das Team, sagt Thalhammer. "Sie kann dort tolle Erfahrungen sammeln." Der Frauenfußball erhält in den USA mehr Aufmerksamkeit als hierzulande. Obwohl es auch in Österreich deutlich mehr wird. Bei Heimspielen kamen zuletzt bist zu 3000 Zuschauer.

Thalhammer glaubt nicht an Manipulation

Apropos Aufmerksamkeit: Ein Manipulationsvorwurf hat vor drei Wochen den Frauenfußball erschüttert. Neulengsbachs nunmehriger Ex-Trainer Johannes Uhlig hatte einer seiner Spielerinnen via "Kurier" absichtliche Fehler im Cupfinale gegen St. Pölten-Spratzern (3:4) vorgeworfen. Thalhammer: "Ich bin überzeugt davon, dass da nichts war." Der Vorwurf ohne konkrete Beweise hätte Schaden angerichtet. Thalhammer kann sich nicht vorstellen, dass in der Frauen-Bundesliga manipuliert wird. "Fehler passieren überall." In Wiener Neustadt will das ÖFB-Team diese in Grenzen halten. (Birgit Riezinger, derStandard.at, 12.06.2014)

  • Dominik Thalhammer lässt sein Team gegen Finnland offensiv agieren.
    foto: apa/georg hochmuth

    Dominik Thalhammer lässt sein Team gegen Finnland offensiv agieren.

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