Sichtbarkeit statt Klickraten: Initiative für neue Standards bei Online-Werbung

10. Juni 2014, 12:50
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Verleger-Präsident Kralinger: "Wir müssen andere Parameter in den Vordergrund rücken" - derStandard.at garantiert bereits Sichtbarkeit

Wien - Ein Umdenken in punkto Online-Werbung fordert der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Statt deren Erfolg an der bloßen Anzahl von Klicks zu messen, müssten dafür zeitgemäße Qualitätsstandards etabliert werden. "Um die Qualität von Online-Werbung einschätzen zu können, müssen wir andere Parameter in den Vordergrund rücken", so VÖZ-Präsident Thomas Kralinger am Dienstag in einer Aussendung.

"Wir müssen schleunigst davon weg kommen, den Erfolg von Online-Kampagnen an Klickraten zu messen und neue Qualitätskriterien einführen. Insbesondere für die Bewertung von Branding-fokussierten Kampagnen sind performance-orientierte Kennzahlen oder Abrechnungsmodelle nicht geeignet, sondern sogar kontraproduktiv", argumentierte Kralinger weiters. Kunden müssten sich darauf verlassen können, "dass ihre Werbung in geeigneten hochwertigen Werbeumfeldern ausgespielt wird".

Umfeld der Qualitätsmedien

Kralinger verwies in diesem Zusammenhang "neben professionell erzeugten journalistischen Themenumfeldern" auf die Verlässlichkeit in der Kontaktqualität, die man dem Kunden bieten müsse. "Unumstritten ist dabei, dass das Umfeld der Qualitätsmedien dabei eine wesentliche Rolle spielt." Der Verlegerverband habe sich in den vergangenen Monaten mit dem neuen Qualitätskriterium "Visibility" auseinandergesetzt und plane dazu eine Initiative.

Formel entwickelt

Die Formel dafür, die im Board Digitale Medien des Verbandes ausgearbeitet wurde und den VÖZ-Mitgliedsmedien angeboten wird, soll "60/1-30" lauten: 60 Prozent des Werbemittels soll für mindestens eine Sekunde sichtbar sein, nach 30 Sekunden kann ein neues Werbemittel angezeigt werden. Man wolle sich "mit Nachdruck" für ein einheitliches und gültiges Messverfahren einsetzen. Grundsätzlich sei ein Mindeststandard für die gesamte Branche notwendig, um dem Preis-Dumping u.a. "durch massenhaft ausgespielte Werbung im nicht sichtbaren Bereich" entgegenzuwirken, so Kralinger. Das Internet Advertising Bureau (IAB) Austria habe bereits Interesse am Themenfeld geäußert, am Mittwoch findet eine Veranstaltung zum Thema statt.

Sichtbarkeitsgarantie auf derStandard.at

Bei allen Online Werbeplätzen auf den Seiten von derStandard.at gilt bereits seit 1. Jänner 2014 die Sichtbarkeitsgarantie. Ein Messscript der Firma meetrics misst dabei die Anzeige-fläche und -dauer jeder Werbefläche.

Nur wenn die Sichtbarkeitsgarantie - mindestens 60 Prozent der Werbefläche müssen für mindestens eine Sekunde sichtbar  sein - erfüllt wurde, übermittelt dieses Script einen Zählimpuls an den Adserver. Nur diese Werbungen werden als korrekt ausgeliefert gezählt und dem Kunden verrechnet. Werbung, die im Scrollbereich geladen, aber nicht oder nicht vollständig gesehen wird, ist beim STANDARD im Unterschied zu anderen Medien somit gratis.

STANDARD begrüßt VÖZ-Initiative

Matthias Stöcher, Geschäftsführer Standard Vermarktung und Service GmbH: "Alle unsere Kunden können Dank dieser Garantie sichergehen, dass Onlinewerbung auf derStandard.at nur dann verrechnet wird, wenn diese auch von einem Menschen gesehen wurde. Ist die Garantie nicht erfüllt, bleibt die Einschaltung für den Kunden kostenfrei. Wir begrüßen die diesbezügliche Initiative des VÖZ sehr, da dieser neue Standard erstmals die Qualität der Werbeplatzierung in den Mittelpunkt stellt und messbar macht." (APA, red, 10.6.2014)

  • Werbung wird auf derStandard.at nur verrechnet, wenn diese auch gesehen wird. Neue Qualitätsstandards sollen auch in anderen Medien etabliert werden, wünscht sich der Verlegerverband.
    foto: apa/fohringer

    Werbung wird auf derStandard.at nur verrechnet, wenn diese auch gesehen wird. Neue Qualitätsstandards sollen auch in anderen Medien etabliert werden, wünscht sich der Verlegerverband.

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