Sechs Tote bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen 

10. Juni 2014, 17:24
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Flug-, Zug- und Straßenverkehr zeitweise ausgefallen oder gesperrt - Kleiner Panda aus Gelsenkirchner Zoo vermisst

Berlin/Düsseldorf - Mindestens sechs Menschen sind bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. An vielen Häusern und Autos sorgten Sturmböen, Blitzeinschläge und Hagel für Schäden. Flugzeuge konnten zeitweise nicht mehr abheben, Züge wurden gestoppt, auf Autobahnen lagen umgestürzte Bäume. Erst in der Nacht zum Dienstag wurde es am Himmel etwas ruhiger.

Die Polizei des Bundeslandes rückte nach eigenen Angaben mit allen Beamten zu 5000 Einsätzen aus, die zur Verfügung standen. Auch die Feuerwehren waren stundenlang unterwegs, um allen Hilferufen nachzukommen. Die in der Region schwersten Unwetter seit Jahren zogen indessen weiter in Richtung Nordosten, fielen dort aber weniger heftig aus.

foto: thomas rensinghoff/dpa
Mehrere Gewitterfronten ziehen am Montag über den Kreis Soest in Richtung Osten.

Pappel stürzt auf Haus

In Düsseldorf verloren drei Menschen in einem Gartenhaus ihr Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur dpa. Sie hatten Zuflucht vor dem Unwetter gesucht, als eine schwere Pappel auf das Haus stürzte. Die Einsatzkräfte konnten noch zwei Schwerverletzte und einen Leichtverletzten aus den Trümmern retten.

Zuvor hatte bereits die Kölner Polizei berichtet, dass ein Radfahrer in der Domstadt von einem Baum erschlagen worden sei. In Essen starb ein Mann vermutlich bei Aufräumarbeiten. Er hatte nach ersten Informationen der Polizei kurz vor Mitternacht versucht, eine Straße zu räumen. Zur genauen Todesursache konnten die Ermittler allerdings zunächst nichts sagen. Weitere Tote wurden aus den Städten Köln und Krefeld gemeldet.

foto: henning kaiser/dpa
Die Überreste eines Flachdaches liegen am Dienstag in Neuss auf dem Boden.

Flughafen gesperrt

Der Düsseldorf Airport musste am Abend rund eine Stunde lang den Betrieb einstellen. Grund seien Sturmböen von bis zu 150 Stundenkilometern gewesen, sagte ein Sprecher. Wie viele Flüge betroffen waren, war zunächst unklar. Die gestoppten Maschinen sollten aber noch verspätet starten können.

Auch Züge blieben vorsorglich in den Bahnhöfen stehen. In der Nacht wurden zwar die Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Dortmund-Hamm-Bielefeld und die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Alle anderen Verbindungen seien aber noch unterbrochen, teilte die Bahn am frühen Dienstagmorgen mit. Aufgrund der Schäden sei auch ein Notverkehr mit Bussen nicht möglich.

foto: martin gerten/dpa
Ein Baum liegt in Düsseldorf nach dem Sturm auf der Straße.

In einem Zoo in Gelsenkirchen wird seit Ende der Unwetter ein Kleiner Panda vermisst. Die Anlage der Tiere, die auch Roter Panda, Katzenbär oder Bärenkatze genannt werden, ist bei einem Unwetter vollständig zerstört worden, teilte die Zoom-Erlebniswelt am Dienstag mit. Während ein Weibchen eingefangen werden konnte, blieb die Suche nach dem Männchen zunächst erfolglos. Kleine Pandas seien nicht gefährlich, versicherte der Zoo.

Auf den Autobahnen bremsten umgestürzte Bäume den Verkehr aus. Die A43 Richtung Wuppertal sei bei Dortmund deswegen zeitweise gesperrt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch auf der A42 am Kreuz Herne und am Kreuz Recklinghausen der A2 und A43 kam es zu Behinderungen. In vielen Kommunen waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen, Brände nach Blitzeinschlägen zu löschen und umgestürzte Bäume wegzuschaffen.

foto: thomas rensinghoff/dpa
Orkanböen, Starkregen und heftige Blitze: Wie eine Walze zog eine Gewitterfront am Montag über Nordrhein-Westfalen hinweg.

Brände nach Blitzeinschlägen

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach wurde Nordrhein-Westfalen am heftigsten von den Unwettern getroffen. In der Nacht seien diese dann weiter in Richtung Nordosten gezogen, sagte ein DWD-Meteorologe am frühen Dienstagmorgen. Auch in Niedersachsen kämpften die Feuerwehren gegen Brände nach Blitzeinschlägen. In Beesten im Emsland entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro bei einem Dachstuhlbrand. Auch in Nienburg entfachten Blitze zwei Brände. Verletzte gab es dabei nach ersten Erkenntnissen aber nicht.

Der DWD ging davon aus, dass auch am Dienstag Gewitterwolken über Deutschland ziehen werden. Auch Nordrhein-Westfalen drohe dann neues Ungemach. (APA, 10.6.2014)

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