Deadline für Luxushotel im Traunsee

10. Juni 2014, 05:30
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Die ÖVP in Gmunden versuchte über Jahre, das Hotelprojekt "Lacus Felix" durchzuboxen. Bis 8. Juli will sie Klarheit darüber, ob aus dem Bau etwas wird

Gmunden - Ganz neue Töne schlägt Gmundens Bürgermeister Heinz Köppl (VP) an. Dem eisernen Verfechter des Projekts Traunseehotel "Lacus Felix", dessen Partei mehr oder minder im Alleingang den Bau durchzuboxen versucht, "reicht es". Wenn es zu Problemen mit dem Wasserrechtsbescheid kommt, werde die VP den vertraglich vereinbarten Rückkauf des Grundstücks einleiten, den Grüne und SPÖ schon lange fordern. Die "Deadline" sei der 8. Juli, der Tag der Wasserrechtsverhandlung.

Bereits seit 2006 existiert der Plan, auf einer künstlich geschaffenen Insel ein Luxushotel zu errichten. Doch das Vorhaben ist umstritten. Denn, so die Befürchtung der Gegner, die sich in der "Allianz für Gmunden" zusammengeschlossen haben, der Investor wolle nur neue Luxuswohnungen schaffen. Tatsächlich soll das 85 Millionen Euro teure Bauvorhaben mit Wohnungen "querfinanziert" werden. Laut Vorgabe der Gemeinde darf erst mit dem Bau der Wohneinheiten begonnen werden, wenn das erste Hotelstockwerk steht, versichert Köppl. Für das Vier-Sterne-Haus liegen bereits alle Genehmigungen vor, jederzeit könnten also die Bagger loslegen. Das tun sie jedoch nicht, weil die Querfinanzierung noch nicht steht, sprich: Bewilligungen für die Wohnungen fehlen.

Aus diesem Grund ist auch der Bürgermeister skeptisch geworden. Seiner Einschätzung nach könnte die Wasserrechtsverhandlung problematisch werden. "Der Traunsee muss aufgemacht, vergrößert werden, damit die künstliche Insel geschaffen werden kann. Auch die Versickerung des Oberflächenwassers gehört geklärt", umreißt er die heiklen Themen. Gebe  es im Juli kein grünes Licht, "werde ich keinen Baubescheid erteilen", stellt Köppl klar: "Irgendwann ist es genug."

Mit der Geduld scheint man nach acht Jahren Planung, einem Wechsel der Investoren - Peter Freunschlag (Planungs- und Bauträgerunternehmer sowie Präsident des Linzer Eishockeyvereins Black Wings) übernahm das Projekt von der Asamer-Gruppe - und unzähligen Fristverschiebungen im Rathaus nun am Ende zu sein.

Neues Hotelprojekt

Womöglich hat das auch damit zu tun, dass inzwischen ein neues Hotelprojekt bei der Gemeinde vorgestellt wurde. Neben dem Kongresszentrum soll ein Haus mit 420 Betten entstehen. Den Fraktionen wurde das Vorprojekt präsentiert, die Unterlagen liegen dem Land Oberösterreich als Eigentümer des Areals, auf dem die 5000-Quadratmeter-Anlage errichtet werden soll, bereits vor.

Otto Kienesberger, Gemeinderat der Grünen, kann "nichts dagegen sagen". Das Areal sei seit Jahrzehnten rechtskräftig Bauland, Auflagen des Denkmalamts würden auch erfüllt. Genauso sieht es die SPÖ. Einziger Wermutstropfen: VP-Gemeinderat Siegfried John will das Drei-Sterne-Haus errichten. "Vielleicht ist der Zeitpunkt jetzt der Falsche", gibt er zu. Aber das Warten auf eine Entscheidung beim Lacus-Felix-Projekt müsse einmal ein Ende haben. Denn über eines herrscht in der Traunseestadt politische Einigkeit: Es braucht dringend mehr Nächtigungsmöglichkeiten. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, 10.6.2014)

  • So sollte das Traunseehotel "Lacus Felix" aussehen. Anfang Juli zeigt sich, ob diese Vision Realität wird.
    foto: rendering/lacus felix errichtungs-gesmbh

    So sollte das Traunseehotel "Lacus Felix" aussehen. Anfang Juli zeigt sich, ob diese Vision Realität wird.

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