Zeitungen nahmen 2013 120 Milliarden Euro ein

9. Juni 2014, 17:40
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93 Prozent davon kamen aus Print, sagt Weltzeitungsverband - 2,5 Milliarden Menschen lesen gedruckte Zeitungen, 800 Millionen ihre Onlineausgaben

Turin/Wien - Larry Kilman hatte eine gute und eine weniger gute Nachricht für die gut 1000 Verleger, Chefredakteure und Verlagsmananager, die gerade im Piemont tagen: Mehr Menschen als zuvor lesen Zeitungen, wenn man die Nutzung ihrer gedruckten und ihrer digitalen Ausgaben zusammennimmt. Aber: Die Digitalversionen bringen bisher nicht genug Geld ein, um journalistische Qualität zu garantieren. Beim Kongress des Weltzeitungsverbandes Wan-Ifra in Turin präsentierte Kilman die jüngsten Jahresdaten zur Lage der Blätter.

"Zukunftsfrage für Gesellschaft"

Kilman sieht die Funktion der Zeitungen für die Gesellschaft und die Demokratie in Gefahr, wenn ihnen nicht gelinge, ausreichende Mittel im Digitalgeschäft zu erwirtschaften. "Das ist eine Zukunftsfrage für den gesellschaftlichen Diskurs."

Weltweit nahmen die Zeitungen 2013 laut Erhebung der Wan-Ifra mit Werbung und Vertrieb 120 Milliarden Euro ein, sie blieben damit gegenüber 2012 stabil. 2008 schafften sie aber noch rund 138 Milliarden Euro.

Mit Büchern würden weltweit rund 75 Millionen Euro umgesetzt, mit Filmen 64 und mit Musik 37 Millionen Euro, vergleicht der Zeitungsverband.

93 Prozent Print

Laut Weltverband bringen die gedruckten Zeitungen noch 93 Prozent der Gesamteinnahmen der Branche.

Die bezahlte Digital-Auflage nahm laut Wan-Ifra 2013 global um 60 Prozent gegenüber 2012 zu.

Die Zeitungsauflagen stiegen global um zwei Prozent gegenüber 2012, sie liegen aber zwei Prozent unter dem Wert von 2008. Laut Wan-Ifra lesen rund 2,5 Milliarden Menschen gedruckte Zeitungen, weitere 800 Millionen ihre digitalen Plattformen.

Die gedruckten Zeitungsauflagen steigen in Asien (um 6,7 Prozent seit 2008), um 6,3 Prozent in Lateinamerika und um 7,5 Prozent in Afrika und dem Nahen Osten. In Nordamerika gingen sie seit 2008 um 10,3 Prozent zurück, in Australen um fast 20 Prozent und in Europa um 23 Prozent.

"Am meisten an Google"

Zeitungswerbung ging laut Wan-Ifra 2013 weltweit um sechs Prozent gegenüber 2012 und 13 Prozent gegenüber 2008 zurück. Digitale Werbung auf ihren Plattformen legte global gegenüber 2012 um elf Prozent zu und um 47 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. "Aber sie macht weiterhin nur einen relativ kleinen Teil der gesamten Internetwerbung aus", erinnert Kilman: Ein großer Teil der Internetwerbung geht an eine Handvoll Konzerne, und am meisten davon an  Google."

Größter Werbeträger der Welt bleibt das Fernsehen mit 40,1 Prozent Marktanteil. Onlinewerbung mache 20,7 Prozent der globalen Werbeumsätze aus. Zeitungen kämen auf 16,9 Prozent, Magazine auf 7,9, Außenwerbung auf sieben, Radio auf 6,9 und Kinowerbung auf 0,5 Prozent.

46 Prozent der Internetnutzer besuchten Webseiten von Zeitungen, erklärte Kilman. Dennoch machten diese Visits nur sechs Prozent aller Seitenaufrufe im Web aus - und nur 1,1 Prozent der Nutzungszeit weltweit. (red, derStandard.at, 9.6.2014)

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