Die Falle schnappt zu 

10. Juni 2014, 05:30
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Ab Donnerstag ist nämlich Fußball 

Die Mannschaften trudeln der Reihe nach in Brasilien ein, sie werden allesamt begeistert empfangen. Schön langsam wird in die kollektive Falle getappt. Ab Donnerstag ist nämlich Fußball.

Davor hält die allseits beliebte Fifa in São Paulo noch rasch ihren Kongress ab, sie wird mehr oder weniger so tun, als sei die Welt eh in Ordnung. Schließlich werden die Korruptionsvorwürfe um die Vergabe der WM 2022 an Katar untersucht. Die interne Kommission gilt als schonungslos objektiv.

Herr Blatter erwartet in all seiner Zurückhaltung, dass Brasilien die beste aller Weltmeisterschaften veranstaltet. Das sagt er vor jedem Turnier, insofern ist der Schweizer durchschaubar. Sollte er im Amt blieben, wird er ab dem 14. Juli 2014, das ist der Tag nach dem Finale in Rio, von Russland 2018 schwärmen. Katar 2022 muss erst untersucht werden, falls sich die Vorwürfe als haltlos erweisen, wird diese WM besser als jene in Russland sein.

Gegenwärtig gilt es zu klären, ob Blatter das Stadion in São Paulo überhaupt rechtzeitig erreicht. Die U-Bahn-Fahrer streiken weiterhin um höhere Löhne, die Polizei haut dazwischen. Sie wird die Delegierten übrigens zum Stadion eskortieren, vor der Fifa und den Ehrengästen aus der Politik schreckt sogar ein 200 Kilometer langer Stau zurück. Die meisten Brasilianer sehen in der WM eine sinnlose Geldverschwendung, anderseits mögen sie den Fußball, ihre Seleção. Sie sind gerade dabei, in die Falle zu tappen.

Es gibt freilich auch positive Nachrichten: Im kroatischen Teamquartier hat es keine Bombendrohung gegeben. Und jene überdimensionale Spinne, die sich in Vitoria im Zimmer des australischen Spielers Ben Halloran eingenistet hat, war zwar haarig und grauslich, aber völlig harmlos. Sie wurde entsorgt, ist in die Falle getappt. (Christian Hackl, derStandard.at - 10.6.2014)

  • Alles wird super, auch wenn noch ein bisschen gewerkelt werden muss. Etwa an der Arena Baixada von Curitiba.
    foto: reuters/romero

    Alles wird super, auch wenn noch ein bisschen gewerkelt werden muss. Etwa an der Arena Baixada von Curitiba.

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