Präsidentenwahl im Libanon erneut gescheitert

9. Juni 2014, 15:01
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Neuer Versuch für 18. Juni geplant

Beirut - Im Libanon ist die Wahl eines neuen Präsidenten auch im sechsten Anlauf gescheitert. Für eine rechtmäßige Abstimmung im Parlament waren am Montag wiederum nicht genügend Abgeordnete anwesend. Wie Parlamentspräsident Nabih Berri mitteilte, soll am 18. Juni ein erneuter Versuch stattfinden.

Im Libanon kann nur ein maronitischer Christ Präsident werden. Der von der schiitischen Hisbollah angeführte Block und das rivalisierende Lager "14. März" können sich nicht auf einen Kandidaten einigen. Die Hisbollah blockiert daher immer wieder die Abstimmungen. Die Lage im Land ist wegen des syrischen Bürgerkrieges ohnehin extrem angespannt.

Die Hisbollah-Miliz kämpft auf der Seite des Regimes von Präsident Bashar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren mit den Regimegegnern. Bei seinem Besuch im Libanon in der vergangenen Woche hatte US-Außenminister John Kerry die Abgeordneten aufgefordert, einen starken Präsidenten zu wählen. Die Amtszeit von Präsident Michel Suleiman endete bereits am 25. Mai. (APA, 9.6.2014)

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