EM-Bronze für Doppler/Horst

8. Juni 2014, 17:08
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Österreichisches Duo setzt sich im Spiel um Platz drei durch

Cagliari -Clemens Doppler und Alexander Horst haben ein beeindruckendes Comeback mit ihrer ersten gemeinsamen EM-Medaille gekrönt. Das österreichische Beach-Volleyball-Duo holte am Sonntag in Cagliari mit einem 2:1 (-18,16,12) gegen die Spanier Pablo Herrera/Adrian Gavira Bronze - nur zehn Monate nach dem dritten Kreuzbandriss, den sich Doppler im Vorjahr bei der Heim-EM in Klagenfurt zugezogen hatte.

Die schwere Verletzung des Ex-Europameisters hatte dem Duo den Großteil der Saisonvorbereitung gekostet. "Nach diesem Winter hat diese Bronzemedaille einen Wert wie Gold", meinte Horst. Knackpunkt sei der Sieg gegen die niederländischen Weltmeister Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen im Kampf um den Viertelfinal-Einzug gewesen. "Wir haben gewusst, dass wir die Großen schlagen können. Von der Konstanz waren wir aber selbst überrascht."

Horst verdoppelt Edelmetall

Für Horst (31) ist es die zweite EM-Medaille nach Silber 2009 mit Florian Gosch, für Doppler (33) bereits die vierte - mit dem vierten unterschiedlichen Partner. Im Entscheidungsspiel spielte das ÖVV-Duo seine Routine aus, stellte zum richtigen Zeitpunkt das Service um. "Wir haben uns in einen regelrechten Rausch reingespielt", erklärte Doppler.

Einzig im Halbfinale gegen die zweifachen World-Tour-Saisonsiegern Paolo Nicolai/Daniele Lupo hatten Doppler/Horst mit 0:2 (-13,-19) keine Chance. Die italienischen Lokalmatadore holten sich in weiterer Folge mit 2:1 (19,-14,15) gegen die Letten Aleksandrs Samoilovs/Janis Smedins auch den EM-Titel. "Sie sind im Moment vielleicht besser - aber als einziges Team in Europa", meinte Doppler.

Schon vor der Heim-EM Anfang August 2013 in Klagenfurt hatten Doppler/Horst als Medaillenkandidaten gegolten. "Zum Zeitpunkt meiner Verletzung waren wir extrem stark. Das hat auch den Ausschlag gegeben, dass ich nicht aufhören wollte. Ich wollte noch einmal dorthin", betonte Doppler. Bis Jänner war aber an kein echtes Training zu denken. "Da habe ich nur Reha gemacht."

Wider die Kritiker

Horst stand auch in dieser schwierigen Zeit zu seinem Partner. "Er musste auch die Ruhe bewahren. In den schwierigen Situationen war er immer da", lobte Trainer Robert Nowotny den Verteidigungsspezialisten. In den entscheidenden Momenten habe Doppler auf Sardinien seine spielerische Klasse gezeigt. "Er hat alle Kritiker, die ihn vielleicht schon aufhören sehen wollten, eines Besseren belehrt", meinte der Coach.

Seine dritte schwere Knieverletzung hatte Doppler auch seine Herangehensweise verändern lassen. "Ich habe jetzt vielleicht ein bisschen weniger Druck. Ich sehe jedes Spiel und jeden Ball, den ich bekomme, als Chance", erklärte der Oberösterreicher. Zudem habe man in den vergangenen Jahren ein sehr professionelles Team aufgebaut.

Olympia als Ziel

Dieses soll Doppler/Horst auch bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio begleiten. In der laufenden Saison soll eine möglichst gute Ausgangsposition für die Qualifikation geschaffen werden. EM-Bronze sollte die Stellung in diversen Förderkadern gesichert haben. "Das war heuer das einzige Großereignis für uns, also enorm wichtig", sagte Doppler. "Auch wenn wir nie mit einer Medaille gerechnet hätten."

2010 hatte Doppler mit Matthias Mellitzer EM-Silber geholt. 2003 (mit Nik Berger) und 2007 (mit Peter Gartmayer) war er Europameister. Doppler: "Bronze hat mir noch gefehlt." Bei den Damen hatten sich im Vorjahr Doris und Stefanie Schwaiger EM-Gold gesichert. Zu einer Titelverteidigung traten die Niederösterreicherinnen nach dem überraschenden Karriereende von Doris Schwaiger-Robl aber nicht mehr an. Die nächste EM findet 2015 wieder in Klagenfurt statt. (APA - 8.6. 2014)

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