Zwei Tote nach Zusammenstößen in türkischer Kurdenregion

8. Juni 2014, 09:07
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Proteste gegen Ausbau von Militärstützpunkten

Diyarbakir - Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen kurdischen Demonstranten und türkischen Soldaten am Samstag im Südosten der Türkei sind zwei Kurden an Schussverletzungen gestorben. Die beiden 24 und 50 Jahre alten Männer erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie Mitarbeiter der Klinik mitteilten. Drei weitere Menschen, darunter zwei Soldaten, wurden bei den Krawallen verletzt.

Augenzeugen berichteten, dass die Armee auch mit scharfer Munition geschossen habe. Die seit Wochen andauernden Proteste richten sich gegen die Pläne der Regierung, Militärunterkünfte im Bezirk Lice in der mehrheitlich kurdischen Provinz Diyarbakir zu errichten. Ankara plant in der Region Armeestützpunkte auszubauen.

Gegner sehen darin eine Gefahr für den 2012 begonnenen Friedensprozess zwischen der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Seit dem Beginn der Verhandlungen zwischen dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan und dem türkischen Geheimdienst MIT im vergangenen Jahr herrscht in dem seit 1984 andauernden Konflikt Waffenruhe. (APA, 8.6.2014)

  • Straßenschlachten im Südosten der Türkei.
    foto: apa/epa/kayar

    Straßenschlachten im Südosten der Türkei.

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