Österreichs Männer biegen Norwegen knapp

7. Juni 2014, 22:24
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28:26 im Play-off-Hinspiel - Österreicher konnten Elan der Anfangsphase nicht besser nutzen - Frauen unterliegen Dänemark

Wien - Der Kampf um ein Ticket für die WM 2015 in Katar wird für Österreichs Handball-Männer zur Zitterpartie. Im Hinspiel des Qualifikations-Play-offs feierte Rot-Weiß-Rot am Samstag in Wien zwar einen 28:26-(15:16)-Erfolg gegen Norwegen, muss den knappen Vorsprung aber im Rückspiel in Bergen am kommenden Samstag (15.00 Uhr) verteidigen.

Damit war auch das Debüt des erst vor wenigen Tagen eingebürgerten gebürtigen Litauers Romas Kirveliavicius (2 Treffer) von Erfolg gekrönt. Top-Werfer Österreichs war aber Flügel Raul Santos mit 7 Toren, Vitas Ziura und Kapitän Viktor Szilagyi steuerten je 6 Tore bei. Holt man das Ticket, wäre es für die ÖHB-Auswahl nach Platz elf bei der EM im Jänner in Dänemark das zweite Großereignis in Serie.

Vor 4.500 Zuschauern in der Albert-Schultz-Halle nützte Österreich den schwachen Start des relativ jungen, im Unbruch befindlichen Gegners, der in anderer Formation bei der EM Platz 14 belegt hatte, zu einer frühen 6:3-Führung in der zehnten Minute. Doch es gelang nicht, den Schwung mitnehmen und das Plus auszubauen.

Spielerisch holprig

Spielerisch lief wenig, meist führten Einzelaktionen von Szilagyi oder Ziura zu Treffern. Im Rückraum fand mit Abstrichen nur Alexander Hermann zu Form, weder Janko Bozovic noch Lucas Mayer sorgten für Gefahr. Und Roland Schlinger musste die Partie verletzt von der Tribüne aus verfolgen. Kirveliavicius kam vorerst nur in der Defensive zum Einsatz.

So wurde nach einem 4:0-Lauf der Gäste aus einer 11:9-Führung innerhalb von fünf Minuten ein 11:13-Rückstand, immerhin hielt man sich mit dem 15:16 zur Pause alle Möglichkeiten offen. Die zweite Hälfte begann mit drei Toren - darunter auch einem des nun offensiv eingesetzten Kirveliavicius - für die ÖHB-Truppe gut, Santos brachte die Hausherren schließlich erstmals seit der 20. Minute wieder mit 20:19 in Front (36.).

Doch obwohl Szilagyi und Co. nach Seitenwechsel verbessert agierten, wollte der rot-weiß-rote Knoten nicht so recht platzen. Die Partie war weiter von Fehlern geprägt und blieb bis zum Finish ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine Zwei-Tore-Führung (27:25/58.) blieb das höchste der Gefühle, mit einem Kontertor in der Schlusssekunde sorgte Santos dafür, dass man in einer Woche zumindest einen Mini-Polster hat.

Frauen verlieren gegen Dänemark

Österreichs Handballfrauen haben am Samstag einen Punkt und damit die vorzeitige Qualifikation für die EM im Dezember verpasst. Weil Rot-Weiß-Rot in der Wiener Albert Schultz-Halle dem Gruppensieger und klaren Favoriten Dänemark trotz ambitionierter Leistung mit 29:33 (14:16) unterlag, dürfte es am Sonntag kommender Woche zum Auswärts-Entscheidungsspiel gegen die Ukraine kommen.

Gewinnen die Ukrainerinnen am Mittwoch wie erwartet ihr "Parallelspiel" bei Schlusslicht Litauen, steigt vier Tage später der Showdown gegen die Osteuropäerinnen. Allerdings gehen die ÖHB-Frauen in Michalovce (SVK) gegen die Ukraine mit dem Vorteil eines 34:28-Heimsieges im "Hinspiel" in die Partie. Weil bei Punktegleichheit das direkte Duell entscheidet, kann man sich eine Niederlage mit bis zu minus fünf Toren leisten.

Die Leistung vom Samstag gegen Dänemark darf Rot-Weiß-Rot jedenfalls Mut machen. Zwar lag man bei einem verhaltenem Start bald 0:4 zurück, brachte den aktuellen WM-Dritten, der als Gruppenerster sein EM-Ticket bereits fix hatte, schließlich aber an den Rand einer Niederlage. Beate Scheffknecht eröffnete mit dem ersten Tor für die Gastgeberinnen in der siebenten Minute eine Aufholjagd, die bis zum Schluss hochspannend blieb.

Zwischenzeitliche Führungen

In der 22. Minute ging die Truppe von Herbert Müller erstmals sogar in Führung (11:10/25.) und lag nach dem Seitenwechsel einmal sogar mit zwei Treffern in Front (20:18/37.). Bis zur Mitte der zweiten Hälfte blieb es nicht zuletzt dank acht Treffern von Katrin Engel ein Duell auf des Messers Schneide, erst im Finish setzte sich die größere Klasse der Skandinavierinnen durch. Ab dem 26:25 (49.) ließen sich die Gäste ihre Führung nicht mehr entreißen.

"Die Abgezocktheit hat den Unterschied ausgemacht. Das gefürchtete Konterspiel hatten wir aber gut im Griff", befand Trainer Müller, dem nicht zuletzt der Einsatz seiner Frauen gut gefiel. "Wir haben nie aufgegeben, waren einmal kurz vorne, aber man sieht, eine Weltklassemannschaft ist so abgezockt, die spielen das nach Hause." (APA, 7.6.2014)

Ergebnis der Handball-WM-Qualifikation der Männer,  Play-off, Hinspiel:

Österreich - Norwegen 28:26 (15:16)

Wien, Albert-Schultz-Halle, 4.500, SR

ÖHB-Tore: Santos 7, Ziura, Szilagyi je 6, R. Weber 4, Kirveliavicius, Posch je 2, A. Hermann 1 bzw. Beste NOR: Björnsen 8, Myrhol 6

Rückspiel am kommenden Samstag in Bergen (15.00 Uhr) - Gewinner für die WM 2015 in Katar qualifiziert.

Ergebnisse Handball-EM-Qualifikation der Frauen:

Österreich - Dänemark 29:33 (14:16). Werferinnen AUT: Engel 8, Spiridon 6, Scheffknecht 5, Magelinskas 4, Frey, Grausenburger je 3,

  • Österreichs Herren besiegen Norwegen, nehmen aber nicht viel Polster ins Rückspiel mit
    foto: apa

    Österreichs Herren besiegen Norwegen, nehmen aber nicht viel Polster ins Rückspiel mit

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