BER: Baufirmen forden nachträglich eine Milliarde

7. Juni 2014, 15:30
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Flughafensprecher: Summen in bisherigem Budget enthalten - Grüne: "Schöngerechnet, um die Kosten auf dem Papier niedrig zu halten" 

Berlin - Beim Bau des Berliner Flughafens BER sind seit Baubeginn Nachtragsforderungen von mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammengekommen. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft bestätigte am Samstag einen Bericht des Magazins "Spiegel", wonach Nachtragsforderungen in Höhe von 995 Millionen Euro als berechtigt anerkannt worden seien. "Sie sind bis auf einen kleinen Rest bezahlt", sagte der Sprecher.

Weitere Nachträge in Höhe von 452 Millionen Euro würden derzeit noch geprüft, fügte er hinzu. Die Summen seien aber in dem bisherigen Budget enthalten und bedeuteten keine Mehrkosten, betonte der Sprecher. "Das ist ein alter Hut", sagte er. Kritik, dass die Bau- und Planungsaufträge über Jahre fehlerhaft und zu knapp kalkuliert worden seien, wies der Sprecher zurück: "Nachträge sind normales Projektgeschäft, da der Flughafen größer wurde, gibt es auch Nachträge."

Der Verkehrsexperte der Grünen, Stephan Kühn, hatte laut "Spiegel" kritisiert, dass das Maß der Nachtragsforderungen beim BER höher sei als üblich. "Das wurde offenbar schöngerechnet, um die Kosten auf dem Papier niedrig zu halten."

Der Flughafensprecher sagte dazu, die Nachträge seien seit dem Baubeginn im Jahr 2006 angefallen und erstreckten sich über den gesamten Bauzeitraum. Sie seien unter anderem dadurch zustande gekommen, dass die Terminalfläche um 50 Prozent größer gebaut worden sei als bei der ursprünglichen Planung vorgesehen. Auch Vorfelder und Rollwege seien größer geworden als zunächst geplant. (APA, 7.6.2014)

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