Fast 80 Tote bei Überschwemmungen in Afghanistan

7. Juni 2014, 18:28
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Heftige Regenfälle im Norden des Landes - 2.000 Häuser zerstört - Karzai kündigt Unterstützung an

Kabul -  Bei heftigen Sturzfluten im Norden Afghanistans sind mindesten 79 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens vier Dörfer wurden in der entlegenen Bergregion in der Provinz Baghlan zerstört, tausende Menschen mussten fliehen, wie der örtliche Verwaltungschef Noor Mohammed Gusar am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

Die Opferzahl werde noch steigen. sagte der Gouverneur von Baghlan, Sultan Mohammed Ebadi. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde in Baghlan, sagte es seien weitere Leichen unter dem Geröll und Schlamm verschüttet. "Wir suchen noch nach weiteren Opfern der Flut."

Laut Gusar wurden 2.000 Häuser zerstört. Den Behörden zufolge lösten heftige Regenstürme am Freitag die Überschwemmungen in dem armen Gebirgsbezirk Gusargah-e-Nur aus.

Kein Trinkwasser

Die Überlebenden hätten alles verloren, "ihre Häuser, ihren Besitz, ihre Felder und Tiere", berichtete Polizeisprecher Dschawed Bascharat. "Sie haben nichts, nicht einmal mehr Trinkwasser". Ein Vertreter des afghanischen Katastrophenschutzes kündigte rasche Hilfe an. Einsatzkräfte hätten die Betroffenen bereits mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt. Bascharat kritisierte jedoch, dass bisher keine Hilfe von der Zentralregierung in Kabul oder von Hilfsorganisationen eingetroffen sei.

Der scheidende Präsident Hamid Karzai drückte den Angehörigen der Opfer und betroffenen Familien sein Beileid aus. In einer Erklärung kündigte er an, dass Vertreter der Katastrophenschutzbehörde den Not leidenden Familien Hilfen bringen sollten.

300 Tote vor einem Monat

Erst vor einem Monat waren bei einem Erdrutsch im Nordosten Afghanistans mindestens 300 Menschen getötet worden. Rund 700 Familien verloren ihr Heim. Im Norden und Nordosten Afghanistans kommt es während der Regenzeit immer wieder zu schweren Überschwemmungen. Die in den Bergregionen üblichen Lehmhütten bieten nur wenig Schutz.

Der Nachfolger von Karzai steht vor der schwierigen Aufgabe, die Entwicklung Afghanistan rasch voranzutreiben - auch, um derartige Katastrophen während der Regenzeit zu verhindern. (APA, 7.6.2014)

  • Mindestens vier Dörfer wurden in der entlegenen Bergregion in der Provinz Baghlan zerstört.
    foto: ap/basharat

    Mindestens vier Dörfer wurden in der entlegenen Bergregion in der Provinz Baghlan zerstört.

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